Ein einziger Satz auf Ihrer Startseite kann abmahnfähig sein – auch dann, wenn Sie die beworbene Leistung nie erbringen. Bei Coaches entscheidet die Wortwahl über das rechtliche Risiko.
Coaching ist kein geschützter Beruf, und genau das macht die eigene Website anspruchsvoller als in anderen Branchen. Wer keine Kammer hat, die Vorgaben macht, muss die Grenzen selbst kennen – und die verlaufen nicht dort, wo die meisten sie vermuten. Sie verlaufen zwischen Begleitung und Behandlung, und sie werden nicht erst durch Ihre Arbeit überschritten, sondern schon durch Ihre Formulierungen. Wir zeigen zuerst, welche Aussagen sicher sind und welche nicht, und vergleichen danach zehn Anbieter daraufhin, wie gut sie zu einem Coaching-Angebot passen.
Wo Coaching endet und Heilkunde beginnt
Maßgeblich ist das Heilpraktikergesetz. § 1 Abs. 1 bestimmt, dass eine Erlaubnis braucht, wer die Heilkunde ausüben will, ohne Arzt zu sein. Absatz 2 definiert Heilkunde als jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen. Der Begriff ist damit sehr weit gefasst – die Rechtsprechung legt ihn allerdings einschränkend aus.
| Coaching ohne Erlaubnis | Erlaubnispflichtige Heilkunde |
|---|---|
| Richtet sich an gesunde Menschen | Richtet sich an Menschen mit Krankheitswert |
| Ziel ist Optimierung und Entwicklung | Ziel ist Feststellung, Heilung oder Linderung |
| Stressbewältigung und Entspannung | Behandlung einer Angststörung |
| Selbsterfahrung und Persönlichkeitsbildung | Aufarbeitung eines Traumas |
| Konfliktbewältigung und Selbstmanagement | Therapie einer Depression |
| Lernberatung und Lernförderung | Diagnose und Behandlungsplan |
Der entscheidende Maßstab liegt beim Gegenüber: Heilkundliche Tätigkeit wird angenommen, wenn beim Hilfesuchenden der Eindruck entsteht, dass durch die Behandlung ein Heilungserfolg eintreten werde. Je stärker Ihr Angebot auf Gesundheitsförderung und Prävention zielt und je weniger auf Heilung und Linderung, desto sicherer bewegen Sie sich (Coaching-Magazin zur Abgrenzung).
Wie ernst die Sache ist, zeigt die Strafandrohung: § 5 Heilpraktikergesetz stellt die Ausübung der Heilkunde ohne Erlaubnis unter Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Und ein Punkt, der oft falsch eingeschätzt wird: Das ausdrückliche Einverständnis Ihres Klienten ändert daran nichts. Wer Sie darum bittet, ein Trauma zu bearbeiten, entbindet Sie damit nicht von der Erlaubnispflicht.
Formulierungen, die Sie prüfen sollten
Gehen Sie Ihre Startseite, die Angebotsseite und Ihre Referenzen durch. Diese fünf Muster tauchen auf Coaching-Websites regelmäßig auf und sind kritisch.
- Krankheitsbegriffe im Angebot. Burnout, Depression, Angst, Trauma, Sucht, Essstörung – sobald diese Wörter beschreiben, was Sie bearbeiten, bewegen Sie sich im heilkundlichen Bereich. Formulieren Sie stattdessen über die Situation: Belastung im Beruf, Überforderung, berufliche Neuorientierung.
- Heilungs- und Linderungsversprechen. „Ich helfe Ihnen, Ihre Ängste zu überwinden“ ist eine andere Aussage als „Wir arbeiten an Ihrem Umgang mit belastenden Situationen“. Das erste verspricht einen Heilungserfolg, das zweite beschreibt einen Prozess.
- Therapeutische Methodenbezeichnungen. Verfahren, die als wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Methoden gelten, gehören nicht in die Leistungsbeschreibung eines Coachings ohne Erlaubnis – auch nicht als Aufzählung von Werkzeugen.
- Erfahrungsberichte mit Krankheitsbezug. Eine Stimme wie „Nach drei Sitzungen war meine Depression weg“ ist doppelt problematisch: Sie beschreibt eine Heilung und stammt nicht einmal von Ihnen. Holen Sie für jede Referenz eine schriftliche Einwilligung ein und prüfen Sie den Inhalt.
- Die Berufsbezeichnung selbst. Ohne Approbation dürfen Sie sich nicht Psychotherapeut nennen, auch nicht in Zusammensetzungen. Coach, Berater und Trainer sind dagegen nicht geschützt – was Ihnen Freiheit gibt und zugleich bedeutet, dass diese Titel keine Qualifikation belegen.
Was ein Coaching-Angebot von der Website braucht
- Terminbuchung für das Erstgespräch. Der häufigste Weg zum Mandat führt über ein kostenloses Kennenlerngespräch. Wenn Interessenten das selbst buchen können, statt zu schreiben und auf Antwort zu warten, verlieren Sie deutlich weniger Anfragen.
- Ein Anfrageformular, das wenig abfragt. Was Menschen in ein Freitextfeld schreiben, ist oft persönlicher als alles andere auf Ihrer Seite. Fragen Sie Name, Kontaktweg und höchstens das grobe Thema ab – Details gehören ins Gespräch, nicht über einen Webdienst.
- Ihre Person sichtbar machen. Coaching wird über Vertrauen verkauft, und Vertrauen entsteht über ein Gesicht, einen Werdegang und eine erkennbare Haltung. Ein Baukasten mit guten Vorlagen für Personenseiten ist hier mehr wert als eine Verkaufsfunktion.
- Preise oder zumindest Preisrahmen. Anfragen ohne Preisvorstellung kosten beide Seiten Zeit. Eine Spanne genügt und filtert Interessenten vor, für die Ihr Angebot ohnehin nicht passt.
- Klarheit beim Auftragsverarbeitungsvertrag. Sobald ein Formular läuft, verarbeitet Ihr Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag – nach Artikel 28 DSGVO braucht es dafür eine Vereinbarung. Fragen Sie danach, bevor Sie buchen.
Die besten Website-Baukästen für Coaches
Sortiert nach Eignung für ein Coaching-Angebot – Terminbuchung, Darstellung der eigenen Person und Datenschutz wiegen hier schwerer als Verkaufsfunktionen. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben; sie folgen deshalb nicht der Reihenfolge in diesem Vergleich.
Die Anbieter im Detail
1. Wix – Das Erstgespräch buchen Interessenten selbst

⭐ 4,7/5
Wix: Für Coaches im DetailBeim Coaching entscheidet sich fast alles am Erstgespräch – und der Weg dorthin ist die größte Verlustquelle. Wer erst schreiben und dann auf eine Antwort warten muss, springt ab. Wix Bookings löst das: Interessenten sehen Ihre freien Zeiten und buchen selbst. Von allen Anbietern hier ist das die Funktion mit dem unmittelbarsten Effekt auf Ihre Anfragen.
Dazu kommt die größte Gestaltungsfreiheit im Vergleich. Da Coaching über die Person verkauft wird, zählt, wie Sie sich darstellen können – Porträt, Werdegang, Haltung, Arbeitsweise. Der Light-Tarif liegt bei 9 Euro monatlich mit jährlicher Zahlung, Core bei 17 Euro. Zwei Punkte gehören auf Ihre Prüfliste: Die Vorlage lässt sich nach der Veröffentlichung nicht mehr wechseln, und der Serverstandort liegt nicht in Deutschland – bei einem Anfrageformular, in das Menschen Persönliches schreiben, sollten Sie deshalb den Auftragsverarbeitungsvertrag ansehen.
- Erstgespräche ohne Zusatzdienst buchbar
- Größte Freiheit bei der Darstellung Ihrer Person
- Über 900 Vorlagen
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Serverstandort nicht in Deutschland
- Vorlage nach Veröffentlichung nicht wechselbar
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
2. Squarespace – Vertrauen entsteht über Zurückhaltung

⭐ 3,9/5
Squarespace: Für Coaches im DetailCoaching-Websites leiden häufig an derselben Krankheit: zu viele Versprechen, zu große Schrift, zu viel Dringlichkeit. Genau davor schützt Squarespace, weil die Vorlagen auf ruhige Typografie und viel Weißraum setzen. Wer Vertrauen aufbauen will statt Druck zu erzeugen, findet hier die passendste Bildsprache – und der abschnittsbasierte Editor sorgt dafür, dass es auch nach Ihren Änderungen so bleibt.
Eine Terminbuchung ist enthalten, Erstgespräche lassen sich also direkt vergeben. Gegen den Anbieter sprechen zwei Punkte: Die Server stehen außerhalb der EU, was bei Anfrageformularen mit persönlichen Angaben die Prüfung aufwendiger macht, und die Preise werden netto ausgewiesen. Testen können Sie 14 Tage ohne Kreditkarte.
- Ruhige Vorlagen, die Vertrauen erzeugen
- Terminbuchung über Acuity, separates Abo
- Editor schützt vor überladenen Seiten
- 14 Tage testen ohne Zahlungsdaten
- Server außerhalb der EU
- Preise netto ausgewiesen
- Kein dauerhaft kostenloser Tarif
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
3. IONOS – Wenn Menschen Persönliches ins Formular schreiben

⭐ 4,5/5
IONOS: Für Coaches im DetailWas Menschen in ein Anfrageformular auf einer Coaching-Website schreiben, ist regelmäßig persönlicher als alles andere, was Sie digital verarbeiten – auch dann, wenn Sie nur nach dem Thema fragen. Bei IONOS liegen diese Angaben in Rechenzentren in Deutschland. Das ist die kürzeste Antwort, wenn ein Interessent fragt, wo seine Nachricht landet.
Hinzu kommt, dass Sie dort jederzeit jemanden auf Deutsch am Telefon erreichen. IONOS arbeitet mit einem Aktionspreis im ersten Jahr und einem höheren regulären Tarif danach – sehen Sie sich beide Werte im Bestellvorgang an. Eine Terminbuchung bringt der Baukasten nicht mit; wenn Erstgespräche selbst buchbar sein sollen, brauchen Sie einen Zusatzdienst und dafür einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Rechenzentren in Deutschland
- Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr auf Deutsch
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Günstiger Aktionspreis im ersten Jahr
- Keine eingebaute Terminbuchung
- Preissprung nach dem ersten Jahr
- Weniger Gestaltungsfreiheit als bei Wix
4. Jimdo – Für den Start ins eigene Coaching-Angebot

⭐ 4,3/5
Jimdo: Für Coaches im DetailWer gerade in die Selbstständigkeit startet, braucht keine perfekte Website, sondern überhaupt eine. Jimdo stellt Fragen und erzeugt daraus eine fertige Seite – Angebot, Person, Kontakt, Impressum. Weniger Optionen bedeuten hier nebenbei auch weniger Gelegenheit, sich in Formulierungen zu verrennen, die im heilkundlichen Bereich landen.
Hinter Jimdo steht ein Hamburger Unternehmen mit deutschsprachigem Support – hilfreich, wenn Sie Fragen zu Datenschutz oder Impressum haben. Der Play-Tarif bleibt dauerhaft gratis, läuft aber unter einer Jimdo-Subdomain – für ein professionelles Angebot ungeeignet, zum Ausprobieren gut. Eine Terminbuchung fehlt, und wer ein eigenes Erscheinungsbild umsetzen will, stößt schnell an Grenzen.
- In unter einer Stunde online
- Deutschsprachiger Support, Anbieter aus Hamburg
- Geführter Aufbau ohne Vorkenntnisse
- Kostenloser Tarif zum Ausprobieren
- Keine eingebaute Terminbuchung
- Wenig Gestaltungsspielraum
- Gratis-Tarif nur mit Subdomain
5. WordPress by IONOS – Wenn aus dem Coaching ein Programm wird

⭐ 4,6/5
WordPress by IONOS: Für Coaches im DetailViele Coaches erweitern das Einzelcoaching irgendwann um ein Gruppenprogramm mit Materialien, Aufzeichnungen und einem geschützten Bereich. Sobald das ansteht, reicht ein Baukasten nicht mehr. WordPress mit einer entsprechenden Erweiterung bildet Mitgliederbereiche und Kursstrukturen ab, und WordPress by IONOS liefert die Grundlage mit Servern in Deutschland und ohne dass Sie sich um Updates kümmern müssen.
Denken Sie dabei an den Hinweis weiter oben: Genau dieser Schritt kann Ihr Angebot in den Anwendungsbereich des Fernunterrichtsschutzgesetzes bringen. Klären Sie die Einstufung, bevor Sie das Programm verkaufen – nicht danach. Für ein reines Einzelcoaching ist die Lösung überdimensioniert und der Einrichtungsaufwand nicht gerechtfertigt.
- Mitgliederbereich und Kursstruktur abbildbar
- Rechenzentren in Deutschland
- Updates übernimmt der Anbieter
- Große Auswahl an Erweiterungen
- Einrichtung braucht einmal Fachkenntnis
- Für reines Einzelcoaching überdimensioniert
- Erweiterungen teils kostenpflichtig
6. Webador – Genau der Umfang, den ein Coaching-Auftritt braucht

⭐ 3,7/5
Webador: Für Coaches im DetailEin Coaching-Auftritt braucht fünf Seiten: Angebot, Person, Ablauf, Preise, Kontakt. Webador ist auf genau diesen Umfang zugeschnitten. Der Editor bietet wenige Einstellungen und funktioniert ohne Einarbeitung – für alle, die ihre Zeit lieber in Klienten als in Gestaltungsraster stecken.
Zum Start gibt es einen Rabatt, danach greifen Folgepreise zwischen 5,50 und 24 Euro monatlich – welcher davon, hängt von Stufe und Zahlweise ab. Prüfen Sie diesen Wert, bevor Sie abschließen. Eine Terminbuchung fehlt, und für ein eigenes Erscheinungsbild ist das Angebot zu schlicht.
- Sehr einfache Bedienung ohne Einarbeitung
- Deutschsprachige Oberfläche
- Auf den Umfang eines Coaching-Auftritts zugeschnitten
- Kostenloser Tarif zum Testen
- Keine Terminbuchung
- Kaum Gestaltungsspielraum
- Für eigenes Erscheinungsbild zu schlicht
7. Hostinger – Der günstigste Weg zur ersten Seite

⭐ 4,2/5
Hostinger: Für Coaches im DetailWenn Sie erst herausfinden wollen, ob Ihr Angebot ankommt, ist Hostinger der günstigste Einstieg. Der Serverstandort lässt sich innerhalb der EU wählen, was bei Anfrageformularen die Argumentation trägt, und KI-Werkzeuge beschleunigen den Aufbau.
Bei den Preisen lohnt der zweite Blick: Der beworbene Einstieg von 2,99 Euro netto gilt beim 48-Monats-Plan, regulär kostet der Tarif 11,99 Euro. Für ein Vorhaben, dessen Erfolg Sie noch nicht kennen, sind vier Jahre Bindung die falsche Entscheidung. Telefon-Support gibt es nicht, und eine Terminbuchung bringt der Baukasten nicht mit.
- Niedrigster Einstiegspreis im Vergleich
- Serverstandort innerhalb der EU wählbar
- KI-Werkzeuge beschleunigen den Aufbau
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Aktionspreis nur bei 48 Monaten Vorauszahlung
- Regulärpreis viermal so hoch wie beworben
- Kein Telefon-Support
- Keine eingebaute Terminbuchung
Spezialisierte Plattformen als Alternative
Drei weitere Anbieter tauchen im Coaching-Umfeld regelmäßig auf. Wir nennen sie zur Orientierung – Funktionsumfang und Preise ändern sich in diesem Segment häufig.
| Anbieter | Ausrichtung | Passt zu | Zu bedenken |
|---|---|---|---|
| HighLevel | Marketing- und Vertriebsplattform mit Terminen und Kursen | Coaches mit Verkaufstrichtern | Umfangreich, entsprechend Einarbeitung |
| B12 | KI-gestützter Aufbau mit Betreuung | Coaches, die abgeben wollen | Laufende Kosten höher als beim Baukasten |
| Carrd | Einseitige Websites, sehr schnell gebaut | Erstem Auftritt vor der eigentlichen Website | Nur eine Seite, keine Terminbuchung |
Carrd verdient eine gesonderte Erwähnung, weil es ein Problem löst, das viele Coaches am Anfang haben: Sie brauchen sofort eine Adresse, unter der man sie findet, haben aber weder Text noch Fotos fertig. Eine einzelne Seite mit Name, Angebot und Kontaktmöglichkeit ist in einer halben Stunde gebaut und dauerhaft kostenlos. Sobald das Angebot steht, wechseln Sie zu einem der Anbieter oben – der Umzug ist bei einer einzelnen Seite überschaubar.
Welcher Baukasten passt zu Ihrem Coaching?
- Erstgespräche sollen ohne Hin und Her zustande kommen: Wix oder Squarespace. Beide bringen die Terminbuchung mit, bei den übrigen brauchen Sie einen Zusatzdienst samt eigenem Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Ihre Klienten schreiben Persönliches ins Anfrageformular: IONOS. Rechenzentren in Deutschland und ein Ansprechpartner am Telefon – das ist die kürzeste Antwort auf die Frage, wo die Nachricht landet.
- Sie starten gerade und brauchen erst mal überhaupt eine Seite: Jimdo oder Webador. Beide auf Deutsch, beide in unter einer Stunde fertig.
- Sie planen ein Gruppenprogramm mit Materialien: WordPress by IONOS. Klären Sie vorher die Einstufung nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz.
- Ihr Angebot lebt vom ersten Eindruck: Squarespace für die ruhige Bildsprache, Wix für maximale Freiheit bei der Darstellung Ihrer Person.
- Sie arbeiten im Grenzbereich zur Therapie: Dann ist der Baukasten nicht Ihre wichtigste Entscheidung. Lassen Sie zuerst klären, ob Sie eine Erlaubnis brauchen – und lassen Sie danach Ihre Texte prüfen.
So haben wir bewertet
Ausgewertet haben wir die Tarifseiten der Anbieter im September 2026, mit Blick auf Terminbuchung, Möglichkeiten zur Darstellung der eigenen Person, Serverstandort, Support-Sprache sowie Preise mit Laufzeit und Folgepreis. Die Reihenfolge richtet sich nach der Eignung für ein Coaching-Angebot und nicht nach der Gesamtbewertung. Die rechtlichen Angaben stützen sich auf das Heilpraktikergesetz sowie auf Fachbeiträge zur Abgrenzung zwischen Coaching und Heilkunde. Sie ersetzen keine Rechtsberatung: Die Beurteilung hängt vom Einzelfall ab, und die Abgrenzung wird von der Rechtsprechung fortlaufend konkretisiert. Wenn Sie im Grenzbereich arbeiten, lassen Sie Angebot und Website anwaltlich prüfen. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben.
Fazit
Für die meisten Coaches ist Wix die praktischste Wahl, weil die eingebaute Terminbuchung genau an der Stelle ansetzt, an der Anfragen verloren gehen. Wenn Ihr Angebot vom ersten Eindruck lebt, sind die ruhigen Vorlagen von Squarespace die bessere Bühne. Schreiben Ihre Klienten Persönliches ins Anfrageformular, sprechen die deutschen Rechenzentren von IONOS für sich. Jimdo und Webador sind der schnellste Weg für alle, die gerade starten.
Wichtiger als der Anbieter ist am Ende die Wortwahl. Coaching richtet sich an gesunde Menschen und zielt auf Entwicklung, nicht auf Heilung – und genau so sollte Ihre Website klingen. Nehmen Sie sich eine Stunde für Ihre Texte und streichen Sie jede Formulierung, die einen Heilungserfolg verspricht oder eine Krankheit benennt. Das ist die günstigste Absicherung, die Sie treffen können: Die Werbung mit heilkundlichen Angeboten ist bereits abmahnfähig, ganz unabhängig davon, wie Sie tatsächlich arbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Für Coaching an gesunden Menschen nicht. Coach, Berater und Trainer sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Eine Erlaubnis nach § 1 Heilpraktikergesetz brauchen Sie erst, wenn Ihre Tätigkeit auf Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten zielt. Die Grenze verläuft bei der Krankheitsschwelle, nicht bei der Methode.
§ 1 Abs. 2 Heilpraktikergesetz definiert sie als jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden. Die Rechtsprechung legt das einschränkend aus: Entscheidend ist, ob beim Hilfesuchenden der Eindruck entsteht, durch die Behandlung werde ein Heilungserfolg eintreten.
Ja, und das wird oft unterschätzt. Wirbt ein Coach mit heilkundlichen Angeboten, ist das ein abmahnfähiger Wettbewerbsverstoß – unabhängig davon, ob die Leistung tatsächlich erbracht wird. Strafbar nach dem Heilpraktikergesetz ist dagegen erst die tatsächliche Durchführung. Ein einziger Satz auf der Startseite genügt also für eine Abmahnung.
Krankheitsbegriffe, die beschreiben, was Sie bearbeiten: Burnout, Depression, Angststörung, Trauma, Sucht. Ebenso Heilungsversprechen jeder Art. Formulieren Sie stattdessen über die Situation und den Prozess – Belastung im Beruf, Überforderung, Umgang mit schwierigen Situationen, berufliche Neuorientierung.
In der Fachliteratur werden unter anderem genannt: Lernberatung und Lernförderung, Stressbewältigung und Entspannung, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsbildung, Körperwahrnehmung und innere Achtsamkeit sowie Konfliktbewältigung und Selbstmanagement. Gemeinsam ist ihnen, dass sie unterhalb der Krankheitsschwelle liegen.
Nein. Auch wenn jemand Sie ausdrücklich bittet, therapeutisch zu arbeiten, bleibt die Erlaubnispflicht bestehen. § 5 Heilpraktikergesetz sieht für die Ausübung der Heilkunde ohne Erlaubnis Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor – die strafrechtliche Verantwortung liegt bei Ihnen, nicht beim Klienten.
Eine auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, die vom Gesundheitsamt erteilt wird und eine Überprüfung voraussetzt. Damit dürfen Sie heilkundlich arbeiten und entsprechend werben. Ein Nebeneffekt: Heilkundliche Leistungen sind umsatzsteuerfrei, Coaching und psychologische Beratung dagegen umsatzsteuerpflichtig.
Möglicherweise, wenn Sie entgeltlich Kenntnisse vermitteln, mehr als die Hälfte davon zeitversetzt über Videos oder Materialien läuft und Sie den Lernerfolg kontrollieren – etwa durch Aufgaben mit Rückmeldung. Ohne Zulassung wäre der Vertrag dann nichtig. Beim reinen Einzelcoaching in Echtzeit greift das nicht, weil die zeitversetzte Bearbeitung fehlt.
Unter den hier verglichenen Anbietern bringen Wix und Squarespace eine Terminfunktion mit. Bei IONOS, Jimdo, Webador und Hostinger brauchen Sie einen Zusatzdienst. Prüfen Sie in dem Fall dessen Serverstandort und schließen Sie auch dort einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO ab.
Name, Kontaktweg und höchstens das grobe Thema. Alles Weitere gehört ins Gespräch. Menschen schreiben in Freitextfelder auf Coaching-Websites oft sehr Persönliches, und je mehr Sie abfragen, desto mehr sensible Daten verarbeiten Sie über einen externen Dienst. Ein Hinweis, dass Details am Telefon besprochen werden, hilft beiden Seiten.
Ja, zumindest eine Spanne. Anfragen von Menschen, für die Ihr Angebot preislich ohnehin nicht passt, kosten beide Seiten Zeit. Eine Preisangabe ist berufsrechtlich unproblematisch – anders als bei Ärzten gibt es für Coaches keine Gebührenordnung, an die Sie gebunden wären.
Die Spanne bewegt sich zwischen etwa 3 und 17 Euro pro Monat, abhängig von Anbieter und Vertragslaufzeit. Wix beginnt bei 9 Euro, Webador nennt Folgepreise ab 5,50 Euro, Hostinger 2,99 Euro netto in der Aktion und 11,99 Euro regulär. Rechnen Sie mit dem Folgepreis – und mit einem Zusatzdienst, falls Sie eine Terminbuchung brauchen und Ihr Anbieter keine mitbringt.
