Sobald Sie ein Objekt auf Ihrer eigenen Website zeigen, gilt sie als kommerzielles Medium – mit fünf Pflichtangaben je Exposé und Bußgeldern bis 10.000 Euro.
Für Maklerinnen und Makler ist die eigene Website mehr als eine Visitenkarte: Sie ist Akquiseinstrument gegenüber Eigentümern und zugleich Schaufenster für Objekte. Genau diese Doppelrolle macht die Anbieterwahl anspruchsvoller als in anderen Branchen. Denn wer Objekte auf der eigenen Seite inseriert, unterliegt denselben Pflichten wie auf einem großen Portal – nur dass dort das Portal die Felder vorgibt und auf Ihrer Website niemand. Wir erklären zuerst, welche Angaben rechtlich dazugehören, und vergleichen danach zehn Anbieter daraufhin, wie gut sie damit umgehen.
Die fünf Pflichtangaben in jedem Objektinserat
Grundlage ist § 87 Abs. 1 des Gebäudeenergiegesetzes. Er verlangt, dass Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien bestimmte Angaben aus dem Energieausweis enthalten – vorausgesetzt, zum Zeitpunkt der Anzeige liegt bereits ein Ausweis vor. Ihre Maklerwebsite ist ein solches kommerzielles Medium, genau wie ein Portal oder eine Zeitungsanzeige.
| Pflichtangabe | Beispiel | Gilt für |
|---|---|---|
| Art des Energieausweises | Bedarfsausweis | Alle Gebäude |
| Endenergiebedarf oder -verbrauch | 217 kWh/(m²·a) | Alle Gebäude |
| Wesentliche Energieträger für die Heizung | Gas, Öl, Strom, Holz | Alle Gebäude |
| Baujahr laut Energieausweis | 1985 | Nur Wohngebäude |
| Energieeffizienzklasse | G | Nur Wohngebäude |
Bei Nichtwohngebäuden entfällt die Effizienzklasse, dafür sind Endenergiebedarf oder -verbrauch für Wärme und Strom getrennt anzugeben (§ 87 GEG im Wortlaut). Eine Ausnahme betrifft ältere Dokumente: Energieausweise, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, enthalten keine Effizienzklasse – dann entfällt diese eine Angabe, die übrigen vier bleiben verpflichtend.
Ein zweiter Punkt aus demselben Gesetz betrifft nicht die Website, sondern den Ablauf danach: Nach § 80 Abs. 4 GEG müssen Sie Interessenten den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen und ihn nach Vertragsschluss übergeben. Auch hier sind Bußgelder bis 10.000 Euro möglich. Praktisch heißt das: Wenn Sie ein Objekt auf Ihrer Website zeigen, sollte der Ausweis bereits vorliegen – nicht erst zur Besichtigung besorgt werden.
Was das für die Wahl des Baukastens bedeutet
Aus den Pflichtangaben folgt eine ganz praktische Anforderung, die in keinem allgemeinen Baukasten-Vergleich auftaucht: Sie brauchen für jedes Objekt dieselben strukturierten Felder – und zwar so, dass niemand sie beim nächsten Exposé vergisst.
- Arbeiten Sie mit einer Objektvorlage, nicht mit freien Textseiten. Wenn jedes Exposé aus derselben Vorlage entsteht, in der die fünf Felder fest angelegt sind, können sie nicht fehlen. Bei frei gestalteten Seiten passiert genau das im Alltag.
- Prüfen Sie, wie leicht sich Objekte archivieren lassen. Verkaufte Immobilien gehören aus dem aktiven Bestand heraus. Ein Baukasten, in dem Sie Seiten schnell auf „nicht öffentlich“ stellen können, spart bei zehn Objekten im Jahr spürbar Zeit.
- Achten Sie auf die Bildqualität und die Ladezeit. Immobilienfotos sind groß, und eine Galerie mit dreißig Aufnahmen bringt schwache Seiten ins Straucheln. Anbieter mit automatischer Bildoptimierung nehmen Ihnen diese Arbeit ab.
- Denken Sie an die mobile Ansicht. Interessenten sehen Exposés überwiegend am Telefon. Prüfen Sie in der Vorschau, ob die Pflichtangaben dort noch lesbar sind und nicht hinter einem Aufklapper verschwinden.
- Klären Sie die Anbindung an Ihre Maklersoftware. Wer Objekte ohnehin in einem Verwaltungsprogramm pflegt, will sie nicht zweimal erfassen. Nicht jeder Baukasten lässt sich anbinden – fragen Sie das ab, bevor Sie sich entscheiden.
Die besten Website-Baukästen für Immobilienmakler
Sortiert nach Eignung für Maklerbüros – Objektdarstellung, Bildqualität und Kontaktwege wiegen hier schwerer als der Preis. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben; sie folgen deshalb nicht der Reihenfolge in diesem Vergleich.
Die Anbieter im Detail
1. Wix – Exposés frei gestalten, Besichtigungen selbst buchen lassen

⭐ 4,7/5
Wix: Für das Maklerbüro im DetailEin Exposé lebt von der Anordnung: großes Titelbild, Eckdaten kompakt, Galerie, Lageplan, Kontakt. Wix ist der einzige Anbieter hier, bei dem Sie das frei zusammenstellen können. Praktisch legen Sie eine Objektseite einmal an, hinterlegen dort auch die fünf Pflichtangaben aus dem Energieausweis und duplizieren die Seite für jedes weitere Objekt – so kann kein Feld vergessen werden.
Der zweite Vorzug betrifft den Terminkalender. Mit Wix Bookings buchen Interessenten Besichtigungen selbst, statt anzurufen – bei zehn Interessenten pro Objekt spart das spürbar Zeit. Für Light werden bei jährlicher Zahlung 9 Euro im Monat fällig, für Core 17 Euro. Zwei Einschränkungen: Die Vorlage lässt sich nach der Veröffentlichung nicht mehr wechseln, und die Server stehen nicht in Deutschland.
- Objektseiten frei gestaltbar und duplizierbar
- Besichtigungstermine ohne Zusatzdienst buchbar
- Größte Vorlagenauswahl im Vergleich
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Serverstandort nicht in Deutschland
- Vorlage nach Veröffentlichung nicht wechselbar
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
2. Squarespace – Wenn das Objekt über das Bild verkauft wird

⭐ 3,9/5
Squarespace: Für das Maklerbüro im DetailBei Immobilien im gehobenen Segment entscheidet die Bildsprache über den ersten Eindruck, und darin ist Squarespace den anderen Anbietern voraus. Die Vorlagen setzen auf große Formate, ruhige Typografie und viel Weißraum – eine Galerie mit professionellen Objektaufnahmen wirkt hier wie in einem Katalog und nicht wie in einem Portal.
Der abschnittsbasierte Editor sorgt dafür, dass Objektseiten untereinander gleich aussehen, was bei einem wachsenden Bestand hilft. Gegen den Anbieter sprechen für ein deutsches Maklerbüro zwei Punkte: Die Server stehen außerhalb der EU, und die Preise werden netto ausgewiesen. Testen können Sie 14 Tage ohne Kreditkarte – genug Zeit, um ein Musterexposé anzulegen.
- Beste Darstellung großformatiger Objektfotos
- Vorlagen auf Agenturniveau
- Einheitliches Aussehen aller Objektseiten
- 14 Tage testen ohne Zahlungsdaten
- Server außerhalb der EU
- Preise netto ausgewiesen
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
- Kein dauerhaft kostenloser Tarif
3. IONOS – Deutsche Server für Eigentümer- und Interessentendaten

⭐ 4,5/5
IONOS: Für das Maklerbüro im DetailÜber eine Maklerwebsite laufen zwei Arten sensibler Daten: Anfragen von Interessenten und – über das Bewertungsformular – Angaben von Eigentümern zu ihrer Immobilie. Bei IONOS liegen diese Daten in Rechenzentren in Deutschland, was die Auskunft gegenüber Kunden deutlich vereinfacht.
Dazu kommt telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr auf Deutsch. Wenn Ihre Seite am Wochenende ausfällt, während ein Inserat läuft, ist das der Unterschied zwischen einem Anruf und einem Ticket. IONOS arbeitet mit einem Aktionspreis im ersten Jahr und einem höheren regulären Tarif danach – prüfen Sie beide Werte im Bestellvorgang. Für aufwendige Objektgalerien sind Wix und Squarespace die stärkeren Werkzeuge.
- Rechenzentren in Deutschland
- Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr auf Deutsch
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Günstiger Aktionspreis im ersten Jahr
- Weniger Gestaltungsfreiheit bei Objektseiten
- Preissprung nach dem ersten Jahr
- Keine eingebaute Terminbuchung
4. WordPress by IONOS – Der Weg zu Immobilien-Erweiterungen

⭐ 4,6/5
WordPress by IONOS: Für das Maklerbüro im DetailSobald Ihr Bestand über eine Handvoll Objekte hinausgeht, stößt jeder Baukasten an Grenzen: Sie wollen filtern, sortieren, nach Kaufpreis und Zimmerzahl suchen lassen und Objekte aus Ihrer Verwaltungssoftware übernehmen. Das leistet nur WordPress mit einer entsprechenden Erweiterung – und WordPress by IONOS bietet das mit Servern in Deutschland und ohne dass Sie sich um Updates kümmern müssen.
Der Preis dafür ist Aufwand: Sie brauchen einmal jemanden, der die Erweiterung einrichtet und mit Ihrer Maklersoftware verbindet. Danach pflegen Sie Objekte an einer Stelle statt an zweien. Für ein Einzelbüro mit drei Objekten im Jahr ist das überdimensioniert – für ein Büro mit laufendem Bestand rechnet es sich schnell.
- Immobilien-Erweiterungen mit Filter und Suche möglich
- Anbindung an Maklersoftware realisierbar
- Rechenzentren in Deutschland
- Updates übernimmt der Anbieter
- Einrichtung braucht einmal Fachkenntnis
- Für wenige Objekte überdimensioniert
- Mehr Pflegeaufwand als ein Baukasten
5. Jimdo – Für Einzelmakler, die morgen online sein wollen

⭐ 4,3/5
Jimdo: Für das Maklerbüro im DetailJimdo stellt Fragen und baut daraus eine fertige Seite. Für ein Einzelbüro, das vor allem Eigentümer erreichen will und Objekte ohnehin über die großen Portale vermarktet, ist das der pragmatischste Weg: Leistungen, Person, Marktgebiet, Kontakt – mehr braucht die Seite dann nicht.
Der Anbieter sitzt in Hamburg und bietet deutschsprachigen Support. Der Play-Tarif bleibt dauerhaft gratis, läuft aber unter einer Jimdo-Subdomain – für ein Maklerbüro nicht geeignet, zum Ausprobieren schon. Wer Objekte ausführlich auf der eigenen Seite darstellen will, kommt mit dem schlanken Editor allerdings schnell an Grenzen.
- In unter einer Stunde online
- Deutschsprachiger Support, Anbieter aus Hamburg
- Geführter Aufbau ohne Vorkenntnisse
- Kostenloser Tarif zum Ausprobieren
- Wenig Spielraum für aufwendige Exposés
- Keine eingebaute Terminbuchung
- Gratis-Tarif nur mit Subdomain
6. STRATO – Deutsche Server, Preise mit Steuer

⭐ 4,1/5
STRATO: Für das Maklerbüro im DetailSTRATO wirbt ausdrücklich damit, dass die Daten nicht auf beliebigen Servern im Ausland liegen. Für ein Maklerbüro, dessen Bewertungsformular Angaben zu fremden Immobilien entgegennimmt, ist das die kürzere Erklärung gegenüber Eigentümern. Support und Rechenzentren sind in Deutschland.
Die Preise weist STRATO inklusive Mehrwertsteuer aus – als vorsteuerabzugsberechtigtes Maklerbüro rechnen Sie also zurück, wenn Sie mit netto auszeichnenden Anbietern vergleichen. Der Editor ist funktional, für aufwendige Objektgalerien aber weniger geeignet als Wix oder Squarespace.
- Rechenzentren und Support in Deutschland
- Wirbt ausdrücklich mit DSGVO-Konformität
- Bruttopreise transparent ausgewiesen
- Günstige Aktionspreise
- Editor weniger modern als bei den Spitzenreitern
- Begrenzte Möglichkeiten bei Objektgalerien
- Für vorsteuerabzugsberechtigte Büros muss zurückgerechnet werden
7. Hostinger – Günstig, mit Serverwahl in der EU

⭐ 4,2/5
Hostinger: Für das Maklerbüro im DetailFür ein Maklerbüro ist bei Hostinger vor allem die Wahl des Serverstandorts innerhalb der EU relevant – damit trägt die Datenschutzargumentation, auch ohne deutsche Rechenzentren. Beim Aufbau helfen KI-Werkzeuge, sodass eine erste Fassung schnell steht.
Bei den Preisen lohnt der zweite Blick. Der beworbene Einstieg von 2,99 Euro netto gilt beim 48-Monats-Plan, regulär kostet der Tarif 11,99 Euro; die mittlere Stufe liegt bei 3,99 Euro in der Aktion und 18,99 Euro regulär. Telefon-Support gibt es nicht. Wenn während eines laufenden Inserats etwas klemmt, ist das ein spürbarer Abstrich.
- Serverstandort innerhalb der EU wählbar
- Niedrigster Monatspreis im Vergleich
- KI-Werkzeuge beschleunigen den Aufbau
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Kein Telefon-Support
- Aktionspreis nur bei 48 Monaten Vorauszahlung
- Regulärpreis viermal so hoch wie beworben
- Preise netto ausgewiesen
8. Webador – Genug für wenige Objekte gleichzeitig

⭐ 3,7/5
Webador: Für das Maklerbüro im DetailWenn Sie selten mehr als eine Handvoll Objekte gleichzeitig betreuen, reicht Webador vollkommen. Der Editor bietet wenige Einstellungen und funktioniert ohne Einarbeitung – Sie legen eine Objektseite an, tragen die Eckdaten samt Pflichtangaben ein und veröffentlichen. Für den nächsten Verkauf kopieren Sie die Seite.
Webador lockt mit Einstiegsrabatten; für die Zeit danach nennt die Preisseite gestaffelte Beträge von 5,50 bis 24 Euro im Monat, abhängig von Stufe und Zahlweise. Sehen Sie nach, welcher dieser Werte für Ihren Tarif greift. Für ein Büro mit laufend zwanzig Objekten fehlen Filter und Suche.
- Sehr einfache Bedienung ohne Einarbeitung
- Deutschsprachige Oberfläche
- Objektseiten schnell kopierbar
- Kostenloser Tarif zum Testen
- Keine Filter- oder Suchfunktion für Objekte
- Kaum Gestaltungsspielraum
- Für größere Bestände ungeeignet
9. World4You – Die Wahl für Maklerbüros in Österreich

⭐ 3,7/5
World4You: Für das Maklerbüro im DetailFür ein Maklerbüro in Österreich ist World4You die naheliegende Wahl: Rechenzentrum im Land, deutschsprachiger Support und Preise inklusive der österreichischen Umsatzsteuer. Beachten Sie, dass für österreichische Objekte andere Vorschriften zur Energieausweis-Pflicht gelten als die in diesem Artikel beschriebenen deutschen Regeln.
Für deutsche Büros ergibt der Anbieter dagegen wenig Sinn. Die eingerechnete österreichische Steuer erschwert den Vergleich, und Rechenzentren in Deutschland sind für Sie ohnehin die nähere Option. Der Funktionsumfang bewegt sich im Mittelfeld, aufwendige Objektgalerien sind nicht die Stärke.
- Rechenzentrum und Support in Österreich
- Preise inklusive Umsatzsteuer
- Domain im ersten Jahr kostenlos
- Deutschsprachiger Ansprechpartner
- Für deutsche Büros kein Vorteil
- Keine Terminbuchung
- Funktionsumfang im Mittelfeld
10. SITE123 – Nur, wenn es sehr schnell gehen muss

⭐ 3,2/5
SITE123: Für das Maklerbüro im DetailWenn Sie sich gerade selbstständig gemacht haben und kurzfristig überhaupt eine Seite brauchen, bringt SITE123 Sie in etwa einer Stunde online. Der Aufbau läuft geführt ab, Gestaltungsentscheidungen nimmt das System Ihnen ab.
Als dauerhafte Maklerwebsite taugt das Angebot nicht. Die volle Vertragslaufzeit wird sofort in Rechnung gestellt, bei einem Mehrjahresvertrag also der komplette Betrag, und erstattet wird nur in den ersten 14 Tagen. Das Anbieterzeichen bleibt selbst im Bezahltarif im Fußbereich stehen, was bei einem Beratungsgeschäft mit hohen Auftragswerten der falsche Eindruck ist.
- In etwa einer Stunde online
- Geführter Aufbau ohne Entscheidungen
- Sehr niedriger Einstiegspreis
- Gesamte Laufzeit wird vorab berechnet
- Anbieterzeichen bleibt im Fußbereich
- Kaum Gestaltungsfreiheit
- Für Objektdarstellung zu schlicht
Welcher Baukasten passt zu Ihrem Maklerbüro?
- Sie vermarkten Objekte auf der eigenen Seite und wollen die Darstellung selbst bestimmen: Wix. Objektseiten frei gestalten, einmal anlegen und für jedes weitere Objekt duplizieren.
- Ihre Objekte liegen im gehobenen Segment: Squarespace. Großformatige Galerien und ruhige Vorlagen – die beste Bühne für professionelle Aufnahmen.
- Über Ihre Seite laufen Bewertungsanfragen von Eigentümern: IONOS oder STRATO. Beide mit Rechenzentren in Deutschland, IONOS zusätzlich mit Telefon-Support rund um die Uhr.
- Sie führen laufend mehr als zehn Objekte und nutzen Maklersoftware: WordPress by IONOS. Nur damit bekommen Sie Filter, Suche und eine Anbindung an Ihre Verwaltung.
- Sie vermarkten über Portale und brauchen die Seite vor allem für die Akquise: Jimdo oder Webador. Beide in unter einer Stunde fertig, beide auf Deutsch.
- Interessenten sollen Besichtigungen selbst buchen: Wix oder Squarespace. Bei diesen beiden ist die Terminvergabe eingebaut; sonst brauchen Sie einen externen Dienst, für den ein eigener Auftragsverarbeitungsvertrag nötig wird.
Weitere Wege zur Maklerwebsite
Neben den zehn Anbietern oben gibt es zwei Alternativen, die im Maklermarkt eine Rolle spielen. Wir nennen sie zur Orientierung.
| Lösung | Modell | Passt zu | Zu bedenken |
|---|---|---|---|
| Maklersoftware mit Website-Modul | Verwaltung und Website aus einer Hand | Büros mit laufendem Bestand | Bindung an einen Anbieter, höhere Kosten |
| Spezialisierte Immobilien-Agenturen | Individuelle Umsetzung mit Branchenfokus | Büros ohne eigene Kapazität | Deutlich teurer, dafür Pflichtangaben mitgedacht |
Der erste Weg verdient eine genauere Betrachtung. Mehrere Anbieter von Maklersoftware liefern ein Website-Modul mit, in dem Objekte automatisch aus der Verwaltung übernommen werden – samt Pflichtangaben, weil die Felder dort ohnehin gepflegt sind. Das löst genau das Problem, um das es in diesem Artikel geht, kostet aber mehr als jeder Baukasten und bindet Sie an einen Anbieter. Wenn Sie eine solche Software bereits einsetzen, prüfen Sie das Modul, bevor Sie eine separate Website aufbauen.
So haben wir bewertet
Ausgewertet haben wir die Tarifseiten der Anbieter im September 2026, mit Blick auf Objektdarstellung, Bildqualität, Terminfunktion, Serverstandort, Support-Sprache und -Kanäle sowie Preise mit Laufzeit und Folgepreis. Die Reihenfolge richtet sich nach der Eignung für ein Maklerbüro und nicht nach der Gesamtbewertung. Die rechtlichen Angaben stützen sich auf § 87 und § 80 des Gebäudeenergiegesetzes sowie die Bußgeldvorschrift des § 108 GEG. Sie ersetzen keine Rechtsberatung: Die Verantwortung für die Pflichtangaben liegt primär beim Eigentümer, kann aber auch denjenigen treffen, der die Veröffentlichung verantwortet. Für Objekte außerhalb Deutschlands gelten andere Vorschriften. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben.
Fazit
Wenn Sie Objekte auf der eigenen Seite zeigen, ist Wix die vielseitigste Wahl: Objektseiten frei gestalten, einmal anlegen, für jedes weitere Objekt duplizieren – und Besichtigungen direkt buchen lassen. Bei hochwertigen Immobilien setzt Squarespace die Fotos besser in Szene. Läuft über Ihre Seite auch die Eigentümerakquise mit Bewertungsformular, sprechen die deutschen Rechenzentren von IONOS und STRATO für sich. Und ab etwa zehn Objekten im laufenden Bestand führt kein Weg an WordPress by IONOS vorbei, weil nur dort Filter, Suche und die Anbindung an Ihre Maklersoftware möglich sind.
Der Punkt, der über allem steht, hat mit dem Baukasten wenig zu tun: Ihre Website ist ein kommerzielles Medium im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes. Sobald ein Energieausweis vorliegt, gehören fünf Angaben in jedes Inserat – und zwar auf Ihrer eigenen Seite genauso wie auf einem Portal. Legen Sie diese Felder einmal in einer Objektvorlage an, dann erledigt sich die Frage bei jedem weiteren Exposé von selbst.
Häufig gestellte Fragen
Ja. § 87 GEG verlangt die Angaben in allen kommerziellen Medien, und dazu zählt Ihre Maklerwebsite genauso wie ein Immobilienportal oder eine Zeitungsanzeige. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt der Anzeige bereits ein Energieausweis vorliegt. Auf dem Portal gibt die Plattform die Felder vor – auf Ihrer eigenen Seite müssen Sie sie selbst anlegen.
Art des Energieausweises, also Bedarfs- oder Verbrauchsausweis. Der Wert des Endenergiebedarfs oder -verbrauchs. Die wesentlichen Energieträger für die Heizung. Bei Wohngebäuden zusätzlich das Baujahr laut Ausweis und die Energieeffizienzklasse. Bei Nichtwohngebäuden entfällt die Effizienzklasse, dafür sind Wärme und Strom getrennt anzugeben.
Nach § 108 GEG bis zu 10.000 Euro, wenn nicht sichergestellt wird, dass die Anzeige die Pflichtangaben enthält. Kontrolliert wird durch die Landesbehörden, meist die unteren Bauaufsichtsbehörden, über Stichproben. Zusätzlich können Wettbewerber abmahnen – das ist in der Praxis der häufigere Weg.
Primär der Eigentümer. Belangt werden kann aber auch, wer die Veröffentlichung verantwortet – und das sind bei Ihrer eigenen Website Sie. Klären Sie deshalb im Maklervertrag, wer die Energieausweisdaten liefert, und veröffentlichen Sie kein Inserat, solange die Angaben fehlen.
Ausweise, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, enthalten keine Energieeffizienzklasse. Dann entfällt diese eine Angabe, die übrigen vier bleiben verpflichtend. Prüfen Sie bei solchen Dokumenten aber zusätzlich, ob sie überhaupt noch gültig sind – Energieausweise laufen nach zehn Jahren ab.
Nach § 80 Abs. 4 GEG spätestens bei der Besichtigung, und nach Vertragsschluss ist er zu übergeben. Auch hier drohen Bußgelder bis 10.000 Euro. Praktisch heißt das: Der Ausweis sollte vorliegen, bevor Sie inserieren – nicht erst zur Besichtigung besorgt werden.
Ab etwa zehn Objekten im laufenden Bestand WordPress by IONOS. Nur dort lassen sich über Erweiterungen Filter und Suche einrichten und eine Anbindung an Ihre Maklersoftware herstellen. Reine Baukästen wie Wix oder Webador arbeiten mit einzelnen Seiten, was bei wenigen Objekten praktisch und bei vielen unübersichtlich ist.
Arbeiten Sie mit einer Objektvorlage statt mit frei gestalteten Seiten. Legen Sie die fünf Felder einmal fest an und duplizieren Sie die Vorlage für jedes neue Objekt. Bei Wix und Squarespace geht das direkt, bei Webador kopieren Sie die Seite. So kann kein Feld übersehen werden, auch nicht unter Zeitdruck.
Ja. Über ein Formular zur Immobilienbewertung übermitteln Eigentümer Angaben zu ihrem Eigentum, oft samt Adresse. Das sind personenbezogene Daten, für die Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem Anbieter nach Artikel 28 DSGVO brauchen. Ein Anbieter mit Servern in Deutschland vereinfacht die Auskunft gegenüber Eigentümern erheblich.
Bei mehreren Interessenten pro Objekt spart das viel Zeit. Wix bringt die Funktion mit, bei Squarespace läuft sie über das separat zu buchende Acuity Scheduling. Bei den übrigen Anbietern brauchen Sie ohnehin einen Zusatzdienst – prüfen Sie in allen Fällen den Serverstandort und schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab.
Je nach Anbieter und Laufzeit liegen die Monatsbeträge zwischen etwa 3 und 17 Euro. Bei Wix sind es 9 Euro, bei Hostinger 2,99 Euro netto im Aktionszeitraum und danach 11,99 Euro, bei Webador beginnen die Folgepreise bei 5,50 Euro. Rechnen Sie mit dem Folgepreis, nicht mit dem Aktionspreis, und beachten Sie die Netto- oder Bruttoauszeichnung.
Wenn Sie ohnehin eine Verwaltungssoftware nutzen, ist das eine ernsthafte Alternative: Objekte werden samt Pflichtangaben automatisch übernommen, Sie pflegen die Daten nur einmal. Das kostet mehr als ein Baukasten und bindet Sie an einen Anbieter. Prüfen Sie das Modul, bevor Sie eine separate Website aufbauen.
