Sie bauen die Anwendung fertig und wollen sie dem Team zeigen. Veröffentlichen lässt sie sich im kostenlosen Tarif von Glide nicht.
Zehn Projekte dürfen Sie dort anlegen und ausprobieren – online stellen können Sie sie erst ab 25 Dollar im Monat. Das ist eine ungewöhnliche Grenze, die viele Vergleiche nicht erwähnen, und sie entscheidet darüber, ob der Gratistarif für Sie überhaupt taugt. Glide selbst wandelt Tabellendaten in Anwendungen mit Anmeldung und Rechten um – für interne Werkzeuge ist das eines der schnellsten Verfahren am Markt.
Wir haben Tarife, Grenzwerte, Funktionsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was in welcher Stufe steckt, wie das Guthabenmodell funktioniert und für wen sich Glide rechnet. Ein Hinweis vorab: Glide führt keine Europreise, sondern rechnet in US-Dollar ab.
Was ist Glide und für wen ist es geeignet?
Glide verwandelt strukturierte Daten – eine Google-Tabelle oder eine eigene Glide-Tabelle – in eine fertige Anwendung. Sie wählen ein Layout, verknüpfen Datenspalten mit Bausteinen und veröffentlichen. Das Ergebnis läuft auf jedem Gerät und lässt sich auf dem Startbildschirm ablegen. Um Server oder Datenbanken müssen Sie sich nicht kümmern.
Der Unterschied zu einem Website-Baukasten ist grundsätzlich: Glide baut keine Marketingseiten oder Blogs, sondern datengetriebene Werkzeuge – Mitarbeiterverzeichnisse, Bestandsverwaltungen, einfache Kundenkarteien oder Buchungslisten. Wer eine Firmenwebsite will, ist hier falsch; wer ein internes Werkzeug ohne Entwickler braucht, richtig.
3,7/5★★★★☆Schnellster Weg von der Tabelle zur Anwendung – erkauft mit einem Gratistarif ohne Veröffentlichung und einem Guthabenmodell, das schwer zu kalkulieren ist.- Teams, die ein internes Werkzeug ohne Entwickler brauchen
- Wer bereits strukturierte Daten in Google Sheets pflegt – ohne eigenes WordPress-Projekt aufsetzen zu wollen
- Betriebe, die Abläufe aus Tabellen heraus digitalisieren wollen
- Alle, die mit englischsprachiger Bedienung zurechtkommen
- Firmenwebsites, Blogs oder alles mit Suchmaschinenverkehr
- Onlineshops mit Produktkatalog und Kasse
- Wer den Gratistarif produktiv nutzen will – Veröffentlichen geht dort nicht
- Betriebe mit Vorgaben zum Serverstandort
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg ist kurz: Konto anlegen, Datenquelle wählen, Vorlage aussuchen. Der Vorlagenkatalog ist umfangreich und nach Anwendungsfällen sortiert – Kundenkartei, Inventar, Veranstaltungen, Personalwesen. Für die meisten Vorhaben finden Sie etwas, das Sie nur noch anpassen müssen, statt bei null zu beginnen.
Der Editor gliedert sich in drei Bereiche: links die Struktur und die Bausteine, in der Mitte die Vorschau, rechts die Einstellungen. Bausteine wie Listen, Detailansichten, Formulare oder Karten fügen Sie strukturiert hinzu statt frei zu ziehen. Das wirkt anfangs ungewohnt, geht nach einer Weile aber flott von der Hand.
Die Stärke liegt in der Verbindung aus Datenbindung und automatisierten Abläufen. Ändert sich eine Zeile in der Tabelle, ändert sich die Anwendung. Abläufe lassen sich auslösen – eine Nachricht verschicken, wenn ein Formular ausgefüllt wird, oder einen Datensatz fortschreiben. Das ersetzt in vielen Fällen einen separaten Automatisierungsdienst. Wie viele Abläufe gleichzeitig aktiv sein dürfen, hängt allerdings vom Tarif ab: einer bei Basic, fünf bei Plus, unbegrenzt erst bei Pro.
Sichtbarkeit lässt sich fein steuern: Einzelne Felder oder ganze Ansichten erscheinen nur für bestimmte Rollen. Für ein Werkzeug, in dem Vertrieb, Lager und Leitung unterschiedliche Dinge sehen sollen, ist das der entscheidende Punkt.
Das Guthabenmodell: schwer zu kalkulieren
Glide rechnet inzwischen nicht mehr nur nach Nutzern, sondern nach Credits: begrenzt im Gratistarif, 100 bei Basic, 250 bei Plus, 500 bei Pro – dort zusätzlich 50 je Teammitglied. Verbraucht werden sie von KI-gestützten Funktionen, etwa wenn Sie eine Anwendung per Beschreibung erzeugen lassen oder KI-Bausteine einbauen. Wie weit ein Guthaben reicht, hängt davon ab, wie intensiv Sie diese Funktionen nutzen – das macht die Kosten schwer vorhersehbar. Wer ohne KI arbeitet, merkt davon wenig; wer damit plant, sollte im ersten Monat genau beobachten.
Glide im Test: Vor- und Nachteile
- Schnellster Aufbau: Von der Tabelle zur nutzbaren Anwendung an einem Vormittag.
- Echtzeit-Anbindung: Änderungen in der Tabelle erscheinen sofort in der Anwendung.
- Feine Rechte: Sichtbarkeit bis auf einzelne Felder steuerbar, ohne Programmieren.
- Abläufe statt Zusatzdienst: Automatisierungen sind eingebaut.
- Großer Vorlagenkatalog: Nach Anwendungsfällen sortiert, spart den Start bei null.
- Zehn Projekte gratis: Zum Aufbauen und Ausprobieren ohne Zahlungsdaten.
- Gratistarif ohne Veröffentlichung: Anwendungen bleiben im Entwurf.
- Öffentlich erst ab 50 Dollar: Basic erlaubt nur Anwendungen fürs eigene Team.
- Guthabenmodell schwer planbar: Der Verbrauch hängt an KI-Funktionen.
- Kaum auffindbar: Für Suchmaschinen sind die Anwendungen nahezu unsichtbar.
- Keine eigene Gestaltung: Eigener Gestaltungscode ist nicht vorgesehen.
- Nur Englisch: Support und Oberfläche gibt es nicht auf Deutsch.
Was kostet Glide?
Vier Tarife stehen offen zur Wahl, dazu eine Unternehmenslösung auf Anfrage. Die Beträge gelten je Monat. Ältere Vergleiche nennen noch Stufen namens Explorer, Maker und Business – diese Einteilung gibt es nicht mehr. Alle Preise in US-Dollar.
| Tarif | Preis | Veröffentlichen | Team | Abläufe |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | nicht möglich | 2 | – |
| Basic | 25 $/M | 2, nur intern | 2 | 1 |
| Plus | 50 $/M | 5, auch öffentlich | 3 | 5 |
| Pro | 125 $/M | unbegrenzt | ab 5 | unbegrenzt |
- Kreditkarte: Die üblichen Anbieter werden akzeptiert.
- Rechnung: Nur in der Unternehmenslösung.
- Währung: Ausschließlich US-Dollar, keine Abrechnung in Euro.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung überall: Alle Anwendungen werden verschlüsselt ausgeliefert, auch im Gratistarif.
- Daten liegen meist woanders: Nutzen Sie Google Sheets als Quelle, bleiben die Daten in Ihrem Google-Konto – Sicherung inklusive. Für die Glide-eigenen Tabellen nennt der Anbieter eine Aufbewahrung von Sicherungen erst in der Unternehmenslösung.
- Serverstandort: Glide ist ein US-Dienst und betreibt über einen großen Cloud-Anbieter. Ein garantierter Standort in Deutschland ist nicht wählbar – wenn ein Geschäftskunde das verlangt, klären Sie es vorab.
- Anmeldung und Rollen: Rollen und Rechte auf Organisationsebene bietet erst der Pro-Tarif, die zentrale Anmeldung über einen Unternehmenszugang erst die Unternehmenslösung.
- Support nur auf Englisch: Über eine Gemeinschaft und per E-Mail; persönliche Betreuung gibt es ab Pro. Eine deutschsprachige Hilfe existiert nicht.
Glide Erfahrungen und Bewertungen
Nach eigenen Angaben arbeiten über 100.000 Unternehmen mit der Plattform. In Erfahrungsberichten wiederholen sich drei Muster.
- Gelobt wird die Geschwindigkeit. Teams berichten, dass aus verstreuten Tabellen binnen eines Tages ein nutzbares Werkzeug wird – ohne eigene IT-Abteilung.
- Gelobt wird die Rechteverwaltung. Dass verschiedene Rollen unterschiedliche Ansichten bekommen, lässt sich ohne Programmieren einrichten.
- Kritisiert wird die Tarifstufung. Der Sprung setzt früher ein, als viele erwarten – spätestens dann, wenn die Anwendung für Außenstehende erreichbar sein soll.
- Als ungeeignet beschrieben wird die Auffindbarkeit. Wer gehofft hat, damit auch eine Website zu bauen, wird enttäuscht – dafür ist das Werkzeug nicht gemacht.
Alternativen zu Glide
- Softr: Ähnlicher Ansatz mit Schwerpunkt auf Kundenportalen und Mitgliederbereichen – der Einstieg liegt dort bei 19 Dollar, das Anbieterlogo verschwindet allerdings erst bei 99.
- Base44: Erzeugt Anwendungen per KI aus einer Beschreibung – mehr Freiheit beim Aufbau, dafür weniger fertige Vorlagen.
- Webflow: Die richtige Wahl für eine öffentliche Website mit Gestaltungsanspruch und Suchmaschinenverkehr – nichts für Tabellendaten.
Fazit: Lohnt sich Glide?
Glide löst ein reales Problem: Daten liegen in Tabellen, die niemand gern öffnet, und sollen zu einem Werkzeug werden, das Kolleginnen und Kollegen tatsächlich nutzen. Dafür ist Glide einer der schnellsten Wege überhaupt – mit Echtzeit-Anbindung, feiner Rechteverwaltung und eingebauten Abläufen.
Drei Dinge sollten Sie vorher wissen. Der Gratistarif erlaubt kein Veröffentlichen, taugt also nur zum Ausprobieren. Öffentlich zugängliche Anwendungen gibt es erst ab 50 Dollar im Monat. Und das Guthabenmodell macht die Kosten schwer vorhersehbar, sobald Sie KI-Funktionen nutzen.
Unser praktischer Rat: Klären Sie zuerst, wer die Anwendung sehen soll. Nur das eigene Team? Dann reicht Basic für 25 Dollar. Sollen Kunden oder Partner zugreifen, kalkulieren Sie gleich mit Plus für 50 Dollar – ein späterer Wechsel bringt nichts, weil die Grenze genau dort verläuft. Und beobachten Sie im ersten Monat, wie schnell Ihr Guthaben sinkt, bevor Sie sich auf KI-Funktionen verlassen.
Häufig gestellte Fragen zu Glide
Der Gratistarif ist dauerhaft kostenlos. Basic kostet 25 US-Dollar monatlich, Plus 50 Dollar und Pro 125 Dollar; dazu gibt es eine Unternehmenslösung auf Anfrage. Ältere Vergleiche nennen noch Stufen namens Explorer, Maker und Business – diese Einteilung gibt es nicht mehr.
Nein, und das ist die wichtigste Einschränkung. Im Gratistarif bauen Sie bis zu zehn Projekte auf und testen sie – veröffentlichen können Sie keines. Dafür brauchen Sie mindestens den Basic-Tarif für 25 Dollar monatlich. Der kostenlose Zugang taugt also zum Ausprobieren, nicht für den produktiven Einsatz.
Der entscheidende Punkt ist die Zugänglichkeit. Basic für 25 Dollar erlaubt zwei veröffentlichte Anwendungen, aber nur für Sie selbst und Ihr Team. Erst Plus für 50 Dollar erlaubt öffentliche Anwendungen, auf die Außenstehende zugreifen können. Wenn Kunden Ihr Portal nutzen sollen, ist Basic die falsche Stufe.
Eine Verbrauchseinheit für KI-gestützte Funktionen: 100 bei Basic, 250 bei Plus, 500 bei Pro plus 50 je Teammitglied. Im Gratistarif ist das Guthaben begrenzt. Verbraucht wird es etwa, wenn Sie eine Anwendung per Beschreibung erzeugen lassen. Wer ohne KI arbeitet, merkt davon wenig.
Zwei im Gratistarif und bei Basic, drei bei Plus. Der Pro-Tarif beginnt bei fünf Mitgliedern und lässt sich stufenweise erweitern; je zusätzlichem Mitglied kommen 50 Credits dazu. Rollen und Rechte auf Organisationsebene gibt es ebenfalls erst ab Pro.
Einen bei Basic, fünf bei Plus, unbegrenzt ab Pro. Abläufe verschicken etwa eine Nachricht, wenn ein Formular ausgefüllt wird, oder schreiben Datensätze fort. Für einfache Vorhaben ersetzt das einen separaten Automatisierungsdienst – bei mehreren parallelen Abläufen wird der Tarif zum Thema.
Nein. Glide erzeugt datengetriebene Anwendungen, keine Websites. Die Inhalte sind für Suchmaschinen nahezu unsichtbar, und eigener Gestaltungscode ist nicht vorgesehen. Wer eine Firmenseite mit Blog und Suchmaschinenverkehr braucht, ist bei Webflow oder einem klassischen Baukasten richtig.
Google Sheets und die Glide-eigenen Tabellen sind die gängigen Wege; dazu kommen Anbindungen an weitere Dienste, deren Umfang mit dem Tarif wächst. Nutzen Sie Google Sheets, bleiben Ihre Daten im eigenen Konto – ein Vorteil, wenn Sie die Kontrolle behalten wollen.
Das hängt von der Quelle ab. Bei Google Sheets bleiben sie in Ihrem Google-Konto samt dessen Sicherungen. Für die Glide-eigenen Tabellen nennt der Anbieter eine Aufbewahrung von Sicherungen erst in der Unternehmenslösung. Ein garantierter Serverstandort in Deutschland ist nicht wählbar.
Nein. Hilfe gibt es über eine Gemeinschaft und per E-Mail, persönliche Betreuung ab dem Pro-Tarif – aber ausschließlich auf Englisch. Auch die Oberfläche ist englisch. Für Betriebe ohne eigene IT ist das der größte Nachteil gegenüber deutschsprachigen Werkzeugen.
Ja. Bei Google Sheets als Quelle liegen die Daten ohnehin in Ihrem Konto. Glide-eigene Tabellen lassen sich als Datei herunterladen. Der Aufbau der Anwendung selbst lässt sich allerdings nicht übertragen – ein Wechsel bedeutet, das Werkzeug anderswo neu zu erstellen.
Für Teams, die verstreute Tabellendaten in ein nutzbares Werkzeug verwandeln wollen und mit englischer Bedienung zurechtkommen – etwa für Inventar, Kundenkartei oder Personalverwaltung. Wer eine öffentliche Website, einen Shop oder Sichtbarkeit bei Google braucht, ist hier falsch.
