Sie buchen den Einstiegstarif für 13 Dollar im Monat und erwarten eine werbefreie Seite. Die Anzeigen des Anbieters bleiben trotzdem stehen.
Entfernt werden sie erst eine Stufe höher – und die kostet nur zwei Dollar mehr, weshalb der Einstiegstarif kaum Sinn ergibt. Das ist die wichtigste Erkenntnis für alle, die mit Weebly liebäugeln. Der Baukasten gehört seit 2018 zum Zahlungsdienstleister Square und richtet sich an Einsteiger, die schnell online gehen wollen.
Wir haben Tarife, Leistungsübersicht, Funktionsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was in welchem Tarif steckt, welche Funktionen überraschend schon gratis dabei sind und für wen sich Weebly lohnt. Ein Hinweis vorab: Weebly führt keine Europreise, sondern rechnet in US-Dollar ab.
Was ist Weebly und für wen ist es geeignet?
Weebly ist ein gehosteter Website-Baukasten aus den USA. Sie ziehen Elemente auf die Seite, passen sie an, veröffentlichen – Hosting und Verschlüsselung sind enthalten, um Technik müssen Sie sich nicht kümmern.
Seit der Übernahme durch Square ist die Plattform eng mit dessen Zahlungsabwicklung verknüpft. Wer bereits mit Square kassiert, bekommt den Verkauf über die Website ohne Umwege dazu. Für reine Präsentationsseiten ohne Verkauf ist Weebly eine solide, aber sichtbar gealterte Lösung.
3,6/5★★★★☆Einfacher Einstieg und Verkaufsfunktionen in jedem Tarif – dafür mit gealterten Vorlagen, US-Servern und Werbung bis zur dritten Stufe.- Einsteiger, die in einer Stunde etwas Vorzeigbares wollen
- Kleine Betriebe, die nebenbei verkaufen – auch aus dem Gratistarif heraus
- Wer bereits mit Square kassiert
- Selbständige mit einer überschaubaren Visitenkarten-Seite
- Betriebe mit Vorgaben zum Serverstandort – die Server stehen in den USA
- Wer Hilfe auf Deutsch braucht
- Gestalterisch anspruchsvolle Auftritte
- Seiten, die über Google gefunden werden sollen
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg ist der schnellste im Vergleich: E-Mail angeben, Art des Vorhabens wählen, Vorlage aussuchen – schon öffnet sich der Editor. Keine lange Fragestrecke, kein Konto-Assistent. Wer einfach loslegen will, ist hier richtig.
Gearbeitet wird mit Elementen, die Sie aus einer Leiste auf die Seite ziehen: Text, Bild, Galerie, Video, Kontaktformular, Karte. Platziert wird innerhalb vorgegebener Raster statt pixelgenau – strukturierter als bei Wix, aber auch enger. Für Einsteiger ist das ein Schutz vor Gestaltungsfehlern, für alle mit einer eigenen Vorstellung ein Korsett.
An Grenzen stoßen Sie bei der Gestaltung. Die Schriftauswahl ist knapp, globale Änderungen an Farben und Abständen wirken nicht überall gleich, Bewegungseffekte fehlen ganz. Die Vorlagen wirken im Vergleich zu Squarespace oder Wix erkennbar älter – hier merkt man, dass die Entwicklung seit der Übernahme weniger Tempo hat.
Bei der Auffindbarkeit bekommen Sie die Grundlagen: Seitentitel, Beschreibung und Adresszusatz lassen sich je Seite setzen. Was fehlt, sind Auszeichnungen für Suchmaschinen und eine Verwaltung von Weiterleitungen. Für eine Firmenseite, die über den Namen gefunden wird, reicht das; wer gezielt auf Suchbegriffe hin aufbaut, arbeitet besser anderswo.
Erweiterungen: verfügbar, aber mit Aufpreis
Über einen eigenen Marktplatz lassen sich Zusatzfunktionen nachrüsten: Live-Chat, Hinweisfenster, Newsletter-Anbindungen, Beiträge aus sozialen Netzwerken. Die nützlichsten sind allerdings kostenpflichtig und kosten je nach Anbieter mehrere Dollar im Monat. Wer zwei oder drei davon bucht, zahlt am Ende deutlich mehr als den Tarifpreis. Rechnen Sie das vorher durch, statt sich später zu wundern.
Weebly im Test: Vor- und Nachteile
- Verkauf in jedem Tarif: Warenkorb, unbegrenzt viele Artikel und Bestandsführung sogar im Gratistarif.
- Schnellster Einstieg: Vom Anmelden bis zum Editor vergehen Minuten.
- Fremdcode überall erlaubt: Einwilligungswerkzeuge und Analysedienste lassen sich in allen Tarifen einbinden.
- Verschlüsselung inklusive: In jedem Tarif, auch im kostenlosen.
- Gratistarif ohne Zeitlimit: Zum Ausprobieren ohne Zahlungsdaten.
- Unbegrenzter Speicher ab Professional: Keine Obergrenze für Bilder und Dateien.
- Werbung bis zur dritten Stufe: Erst ab 15 Dollar verschwinden die Anzeigen des Anbieters.
- Server in den USA: Kein europäischer Standort wählbar.
- Gealterte Vorlagen: Gestalterisch hinter Wix und Squarespace zurück.
- Nur Englisch: Support und Hilfeseiten bieten keine deutschsprachige Fassung.
- Erweiterungen kosten extra: Die Gesamtrechnung fällt oft höher aus als gedacht.
- Kein vollständiger Export: Ein Umzug bedeutet Neuaufbau.
Was kostet Weebly?
Vier Tarife stehen zur Wahl. Die genannten Beträge gelten bei jährlicher Zahlung; monatlich abgerechnet liegen sie höher. Alle Preise in US-Dollar.
| Tarif | Jährlich | Monatlich | Werbung | Eigene Domain |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 0 $ | sichtbar | nein |
| Personal | 13 $/M | 16 $/M | sichtbar | verbindbar |
| Professional | 15 $/M | 20 $/M | entfernt | im 1. Jahr enthalten |
| Performance | 32 $/M | 36 $/M | entfernt | im 1. Jahr enthalten |
Für die meisten ist Professional die richtige Wahl. Free eignet sich zum Ausprobieren und sogar für einen ersten kleinen Verkauf – die Anbieterwerbung wirkt nach außen allerdings unprofessionell. Performance lohnt erst, wenn der Shop ernsthaft läuft und Sie erweiterte Auswertungen brauchen.
- Kreditkarte: Visa, Mastercard und American Express.
- PayPal: In den Bezahltarifen möglich.
- Keine Lastschrift: SEPA oder Rechnung bietet Weebly nicht an.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung in allen Tarifen: Auch im kostenlosen enthalten, ohne eigenes Zutun aktiv.
- Serverstandort USA: Ein europäischer Standort steht nicht zur Wahl. Für die meisten kleinen Seiten handhabbar – wenn ein Geschäftskunde einen Speicherort in Deutschland verlangt, sind IONOS oder Jimdo die passendere Wahl.
- Rechtliches in Eigenregie: Ein Einwilligungswerkzeug und abmahnsichere Texte bringt Weebly nicht mit. Immerhin lässt sich fremder Code in jedem Tarif einbinden, sodass Sie ein externes Werkzeug nachrüsten können.
- Zwischenstände statt Sicherungen: Der Editor legt Fassungen der Seite an, eine vollständige Wiederherstellung auf einen bestimmten Zeitpunkt ist aber nur eingeschränkt möglich.
- Support nur auf Englisch: Per E-Mail und je nach Tarif im Chat. Eine deutschsprachige Hotline gibt es nicht.
Weebly Erfahrungen und Bewertungen
In Erfahrungsberichten fällt das Urteil zweigeteilt aus, und die Trennlinie verläuft entlang der Ansprüche.
- Gelobt wird die Einfachheit. Wer ohne Vorkenntnisse startet, kommt hier schneller zu einem Ergebnis als bei flexibleren Werkzeugen – weil es weniger zu entscheiden gibt.
- Kritisiert wird die fehlende Weiterentwicklung. Seit der Übernahme durch Square erscheinen deutlich seltener neue Funktionen als bei der Konkurrenz. Das sieht man vor allem den Vorlagen an.
- Kritisiert werden die Zusatzkosten. Erweiterungen aus dem Marktplatz summieren sich, und die Abrechnung in Dollar macht die Rechnung unübersichtlich.
- Kritisiert wird die Sprachbarriere. Der Support antwortet nur auf Englisch – für Betriebe ohne eigene IT ist das der häufigste Wechselgrund.
Alternativen zu Weebly
- Jimdo: Deutscher Anbieter aus Hamburg mit Support in der eigenen Sprache und Bruttopreisen – die naheliegende Wahl, wenn Weebly nur an der Sprache scheitert.
- Webador: Europäischer Anbieter mit Abrechnung in Euro und solider Verkaufsfunktion – passend für kleine Händler mit Datenschutzanspruch.
- Wix: Deutlich mehr Gestaltungsfreiheit und modernere Vorlagen – für alle, denen die Optik wichtig ist.
Fazit: Lohnt sich Weebly?
Weebly hat eine Stärke, die im Vergleich untergeht: Verkaufsfunktionen stecken in jedem Tarif, sogar im kostenlosen. Warenkorb, unbegrenzt viele Artikel und Bestandsführung bekommen Sie ohne Aufpreis – bei den meisten Baukästen ist der Shop eine eigene, teurere Produktlinie. Wer nebenbei etwas verkaufen will und ohnehin mit Square kassiert, findet hier eine ungewöhnlich günstige Lösung.
Drei Dinge sprechen dagegen. Die Server stehen in den USA, ein europäischer Standort ist nicht wählbar. Der Support antwortet nur auf Englisch. Und die Vorlagen sehen aus wie das, was sie sind: gealtert. Seit der Übernahme durch Square erscheinen deutlich weniger Neuerungen als bei der Konkurrenz.
Unser praktischer Rat: Überspringen Sie den Personal-Tarif. Für 13 Dollar dürfen Sie lediglich eine eigene Domain verbinden – die Anbieterwerbung bleibt stehen. Zwei Dollar mehr bringen Ihnen bei Professional die werbefreie Seite, die Domain fürs erste Jahr und unbegrenzten Speicher. Wenn Sie nur ausprobieren wollen, nutzen Sie ruhig den Gratistarif; verkaufen können Sie dort bereits.
Häufig gestellte Fragen zu Weebly
Vier Tarife: Free für 0 Dollar, Personal für 13, Professional für 15 und Performance für 32 US-Dollar monatlich bei jährlicher Zahlung. Bei monatlicher Abrechnung sind es 16, 20 und 36 Dollar. Abgerechnet wird in US-Dollar, nicht in Euro – Kartenkurs und oft ein Auslandsentgelt kommen hinzu.
Erst ab Professional für 15 Dollar. Viele Vergleiche behaupten, schon der Personal-Tarif sei werbefrei – die Leistungsübersicht des Anbieters führt das Entfernen der Anzeigen aber erst in der dritten Stufe. Da der Aufpreis nur zwei Dollar beträgt, ergibt der Personal-Tarif kaum Sinn.
Ja, und das ist Weeblys größte Überraschung. Die Leistungsübersicht führt Warenkorb, unbegrenzt viele Artikel, Artikelvarianten, Bestandsführung und Abholung im Laden in allen vier Tarifen – auch im kostenlosen. Digitale Güter kommen ab dem Personal-Tarif dazu.
Für die meisten Professional mit 15 Dollar: werbefrei, Domain im ersten Jahr enthalten, unbegrenzter Speicher und Passwortschutz. Personal für 13 Dollar erlaubt lediglich, eine eigene Domain zu verbinden – für zwei Dollar mehr bekommen Sie erheblich mehr. Performance lohnt erst bei einem ernsthaft laufenden Shop.
Ja. Das Einbetten von fremdem Code ist in allen Tarifen erlaubt, auch im kostenlosen – Sie können also ein externes Einwilligungswerkzeug oder einen Analysedienst nachrüsten. Bei Squarespace ist genau das im günstigsten Tarif gesperrt. Ein eigenes Werkzeug bringt Weebly allerdings nicht mit.
Im Gratis- und im Personal-Tarif nicht. Bei Personal dürfen Sie eine bereits vorhandene Domain verbinden, bezahlen müssen Sie sie separat. Ab Professional ist eine Domain im ersten Jahr enthalten; ab dem zweiten Jahr fallen die regulären Gebühren an.
In den USA. Ein europäischer Serverstandort steht nicht zur Wahl. Für die meisten kleinen Seiten ist das handhabbar, für Betriebe mit Vorgaben zum Speicherort aber ein Ausschlusskriterium. Deutsche Anbieter wie IONOS oder Jimdo sind dann die passendere Wahl.
Unbegrenzten Speicher führt die Leistungsübersicht ab dem Professional-Tarif. In den beiden günstigeren Stufen gilt eine Obergrenze – prüfen Sie den genauen Wert im Bestellvorgang, wenn Sie viele Bilder oder Dateien hochladen wollen.
Die Grundlagen sind da: Seitentitel, Beschreibung und Adresszusatz lassen sich je Seite setzen. Was fehlt, sind Auszeichnungen für Suchmaschinen und eine Verwaltung von Weiterleitungen. Für eine Firmenseite, die über den Namen gefunden wird, reicht das – für gezielten Aufbau auf Suchbegriffe hin nicht.
Nein. Hilfe gibt es per E-Mail und je nach Tarif im Chat, aber ausschließlich auf Englisch. Eine deutschsprachige Hotline existiert nicht. Wer im Störungsfall Hilfe in der eigenen Sprache braucht, ist bei Jimdo oder IONOS besser aufgehoben.
Nur mit erheblichem Aufwand. Einen vollständigen Export bietet Weebly nicht an. Texte lassen sich kopieren und Bilder herunterladen, Seitenstruktur und Gestaltung bleiben zurück. Wer ahnt, dass die Seite später woanders laufen soll, sollte das vor dem Start bedenken.
Für Einsteiger, die schnell online gehen und nebenbei verkaufen wollen – besonders, wenn sie ohnehin mit Square kassieren. Wer Hilfe auf Deutsch braucht, einen europäischen Serverstandort benötigt oder gestalterische Ansprüche hat, fährt mit Jimdo, Webador oder Wix besser.
