Eine WordPress-Installation belegt mehrere hundert Megabyte, bevor Sie das erste Foto hochgeladen haben. Das Einstiegspaket von OVHcloud bietet 1 GB.
Der Rest reicht für ein paar Dutzend Bilder, dann ist Schluss. Beworben wird dieses Paket mit 1,89 € im Monat, und genau diese Zahl steht in allen Vergleichen – die Speichergrenze dagegen nirgends. Wer mehr plant als eine Visitenkartenseite, braucht das nächste Paket: 3,59 € für 100 GB, also das Hundertfache. Dafür bekommen Sie zwei Dinge, die selten geworden sind: Server in Europa und Bruttopreise, bei denen die Mehrwertsteuer schon drin ist.
Wir haben Pakete, Speicherangaben, Verlängerungspreise und Sicherheitsangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, welches Paket wirklich passt, was nach dem ersten Jahr passiert und für wen sich der Anbieter lohnt.
Was ist OVHcloud und für wen ist es geeignet?
OVHcloud ist ein französischer Hosting-Anbieter, 1999 gegründet und heute einer der größten Europas. Das Unternehmen betreibt seine Rechenzentren selbst – das erklärt die niedrigen Preise. Angeboten wird geteiltes Hosting, bei dem sich mehrere Kunden einen Server teilen, dazu größere Pakete mit zugesicherter Rechenleistung.
Für datenschutzbewusste Nutzer ist der Serverstandort in Europa das stärkste Argument. Die Oberfläche merkt man allerdings an, dass sie ursprünglich für Entwickler gebaut wurde. Wer noch nie ein Hosting-Paket eingerichtet hat, braucht Geduld – oder greift zu IONOS beziehungsweise einem Baukasten.
3,8/5★★★★☆Europäische Server, ehrliche Bruttopreise und viel Leistung ab dem zweiten Paket – aber ein Einstiegstarif, der für die meisten zu klein ist.- Wer Wert auf Serverstandort in Europa legt
- Mehrere Projekte: Das Basic-Paket erlaubt 15 WordPress-Seiten
- Wer Bruttopreise sehen will statt Nettobeträge
- Technisch Versierte mit etwas Hosting-Erfahrung
- Wer mit dem Einstiegspaket auskommen möchte
- Einsteiger ohne technische Vorkenntnisse
- Wer im Störungsfall sofort jemanden sprechen will
- Alle, die eine geführte Einrichtung erwarten – etwa bei STRATO
Leistung und Verwaltung
Die Einrichtung läuft zweistufig: Paket wählen, Zugangsdaten hinterlegen, dann dauert es einige Minuten, bis alles bereitsteht. Die Verwaltungsoberfläche ist umfangreich – Namensauflösung, Unterseiten, zeitgesteuerte Aufgaben, Datenbanken, Dateizugänge sind alle vorhanden. Nur die Anordnung folgt einer Logik, die sich Einsteigern nicht sofort erschließt. Eine neue E-Mail-Adresse anzulegen, findet man nicht auf Anhieb.
WordPress lässt sich mit einem Klick installieren, ebenso Joomla, Drupal und PrestaShop – letztere drei allerdings erst ab dem Basic-Paket. Im Einstiegspaket steht nur WordPress zur Verfügung.
Beim Sicherheitsumfang punktet der Anbieter durchgehend: Verschlüsselungszertifikat, Schutz vor Überlastungsangriffen, Viren- und Spamschutz sowie automatische Sicherungskopien gehören zu jedem Paket, auch dem kleinsten. Das ist bei Wettbewerbern keineswegs selbstverständlich.
Was die Verfügbarkeitsangabe bedeutet
Der Anbieter nennt eine beobachtete Verfügbarkeit von 99,9 %. Das klingt beruhigend, heißt aber gerechnet: rund neun Stunden Ausfall im Jahr sind damit abgedeckt. Für eine private Seite oder einen Firmenauftritt ist das unproblematisch. Wer einen Shop betreibt, bei dem jede Stunde Umsatz kostet, sollte diese Zahl im Hinterkopf behalten – sie ist eine Beobachtung, keine vertragliche Zusicherung.
OVHcloud im Test: Vor- und Nachteile
- Bruttopreise: Alle Beträge inklusive Mehrwertsteuer – kein Nachrechnen nötig.
- Server in Europa: Rechenzentren in Frankreich und Polen, europäisches Datenschutzrecht.
- Sicherheit in jedem Paket: Zertifikat, Angriffsschutz, Virenschutz und Sicherungen auch im kleinsten Tarif.
- 15 Websites ab Basic: Für mehrere Projekte ungewöhnlich günstig.
- Domain im ersten Jahr geschenkt: In allen Paketen enthalten.
- Verlängerungspreis sichtbar: Steht direkt neben dem Aktionspreis.
- Einstiegspaket zu klein: 1 GB Speicher und eine Datenbank mit 250 MB.
- Preis verdoppelt sich: Nach zwölf Monaten gilt der reguläre Betrag.
- Oberfläche für Entwickler gebaut: Grundfunktionen sind schwer zu finden.
- Kein Telefon auf Deutsch: Hilfe läuft über Anfragen im System.
- Nur ein Dateizugang: Auch im Basic-Paket.
- Kein Umzugswerkzeug: Eine bestehende Seite müssen Sie selbst übertragen.
Was kostet OVHcloud?
Die Aktionspreise gelten bei zwölf Monaten Vorauszahlung im ersten Jahr. Alle Beträge verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer – ein Vorteil gegenüber Anbietern, die netto auszeichnen.
| Paket | Erstes Jahr | Danach | Speicher | Websites |
|---|---|---|---|---|
| Starter | 1,89 € | 3,09 € | 1 GB | 1 |
| Basic | 3,59 € | 7,19 € | 100 GB | 15 |
| Startup | 3,59 € | 7,19 € | 100 GB | 15 |
| Performance | 8,39 € | 23,79 € | mehr | mehr |
- Kreditkarte und PayPal: Beides wird akzeptiert.
- Lastschrift: Für die jährliche Abbuchung praktisch.
- Keine Einrichtungsgebühr: Bei den Hosting-Paketen fällt keine an.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung kostenlos: Das Zertifikat ist in allen Paketen enthalten und wird automatisch erneuert. Ohne es zeigen Browser eine Warnung an.
- Sicherungskopien automatisch: Gehören zu jedem Paket, auch dem kleinsten. Prüfen Sie im Konto, wie weit sie zurückreichen, bevor Sie sich darauf verlassen.
- Serverstandort in Europa: Die Rechenzentren stehen in Frankreich und Polen. Für alle, die europäisches Datenschutzrecht anwenden müssen, ist das der wesentliche Unterschied zu amerikanischen Anbietern.
- Schutz vor Überlastungsangriffen: In jedem Paket enthalten, dazu Viren- und Spamschutz für die Postfächer.
- Hilfe über Anfragen im System: Ein Telefon für deutschsprachige Kunden gibt es nicht. Wer freitagabends ein Problem hat und sich mit Dateiübertragung oder Namensauflösung nicht auskennt, wartet.
OVHcloud Erfahrungen und Bewertungen
Das Echo fällt zweigeteilt aus, und die Trennlinie verläuft entlang der Vorkenntnisse. Vier Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den Betrag bekommt man in Europa selten so viel Speicher und so viele Websites in einem Paket.
- Gelobt wird der Serverstandort. Wer beruflich mit personenbezogenen Daten arbeitet, nennt das als Hauptgrund.
- Kritisiert wird die Oberfläche. Grundfunktionen sind schwer zu finden; wer von einem einfacheren Anbieter kommt, muss sich umgewöhnen.
- Kritisiert wird der Sprung im zweiten Jahr. Der reguläre Preis steht zwar daneben, wird beim Buchen aber gern überlesen.
Alternativen zu OVHcloud
- Hetzner: Deutscher Anbieter mit Serverstandort im Inland und ohne Preissprung nach dem ersten Jahr.
- ALL-INKL.COM: Deutschsprachige Betreuung samt Telefon – die bessere Wahl für Einsteiger.
- IONOS: Einfachere Oberfläche und breiteres Angebot, ebenfalls mit deutschem Serverstandort.
Fazit: Lohnt sich OVHcloud?
Ab dem Basic-Paket ist das ein starkes Angebot: 100 GB Speicher, 15 Websites, zehn E-Mail-Adressen und fünf Datenbanken für 3,59 € im Monat, dazu Verschlüsselung, Angriffsschutz und Sicherungen. Die Server stehen in Europa, und die Preise sind Bruttopreise – was auf der Seite steht, steht auch auf der Rechnung. Das ist mehr Ehrlichkeit, als die Branche üblicherweise bietet.
Drei Dinge sprechen dagegen. Das Einstiegspaket mit 1 GB ist für die meisten Vorhaben zu klein – der beworbene Preis führt also in die Irre. Nach zwölf Monaten verdoppelt sich der Betrag. Und die Oberfläche setzt voraus, dass Sie wissen, was eine Namensauflösung ist.
Unser praktischer Rat: Buchen Sie gleich das Basic-Paket und ignorieren Sie den Einstiegstarif – für 1,70 € mehr bekommen Sie das Hundertfache an Speicher. Tragen Sie sich außerdem eine Erinnerung elf Monate nach dem Kauf ein; dann entscheiden Sie bewusst, ob Sie zum regulären Preis bleiben wollen.
Häufig gestellte Fragen zu OVHcloud
Das Starter-Paket kostet 1,89 € im Monat, das Basic-Paket 3,59 € und Performance 8,39 € – jeweils bei zwölf Monaten Vorauszahlung im ersten Jahr. Alle Beträge verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Danach gelten die regulären Preise von 3,09, 7,19 beziehungsweise 23,79 € monatlich.
Nur für eine sehr schlichte. Es bietet 1 GB Speicher und eine Datenbank mit 250 MB. Eine WordPress-Installation belegt allein mehrere hundert Megabyte, Fotos kommen obendrauf. Für 1,70 € mehr bringt das Basic-Paket 100 GB – das Hundertfache. Genau dort liegt der sinnvolle Einstieg.
Der Preis, und zwar etwa auf das Doppelte: von 1,89 auf 3,09 €, von 3,59 auf 7,19 € und von 8,39 auf 23,79 € monatlich. Immerhin steht der Verlängerungspreis direkt neben dem Aktionspreis. Tragen Sie sich eine Erinnerung elf Monate nach dem Kauf ein.
Brutto, also inklusive Mehrwertsteuer. Das ist ein Vorteil gegenüber Anbietern, die netto auszeichnen und bei denen später 19 % hinzukommen. Was auf der Seite steht, steht damit auch auf Ihrer Rechnung – bis auf die Abrechnung im Voraus für zwölf Monate.
Im Starter-Paket eine, ab dem Basic-Paket 15. Damit lassen sich mehrere Projekte oder Kundenseiten in einem Vertrag unterbringen, was den Preis je Website deutlich senkt. Dazu gibt es dort zehn E-Mail-Adressen und fünf Datenbanken mit je 1 GB.
In Frankreich und Polen, also innerhalb der Europäischen Union. Für alle, die beruflich mit personenbezogenen Daten arbeiten, ist das der wesentliche Unterschied zu amerikanischen Anbietern – es gilt europäisches Datenschutzrecht ohne Umweg über Zusatzvereinbarungen.
Ja, in allen Paketen kostenlos und unbegrenzt, mit automatischer Erneuerung. Ohne Zertifikat zeigen Browser Besuchern eine Warnung an, was Vertrauen kostet. Ebenfalls in jedem Paket enthalten: Schutz vor Überlastungsangriffen sowie Viren- und Spamschutz.
Ja, automatische Sicherungen gehören zu jedem Paket, auch dem kleinsten. Prüfen Sie im Konto, wie weit sie zurückreichen, bevor Sie sich darauf verlassen. Für wichtige Projekte empfiehlt sich zusätzlich eine eigene Sicherung außerhalb des Anbieters.
Gerechnet sind das rund neun Stunden Ausfall im Jahr, die damit abgedeckt wären. Für eine private Seite oder einen Firmenauftritt ist das unproblematisch. Beachten Sie, dass es sich um eine beobachtete Größe handelt, nicht um eine vertragliche Zusicherung.
Ja, in allen Paketen ist ein Domainname im ersten Jahr geschenkt. Ab dem zweiten Jahr wird sie regulär berechnet – rechnen Sie diesen Posten also in die Folgekosten mit ein, zusätzlich zum höheren Paketpreis.
Von Hand. Ein automatisches Umzugswerkzeug gibt es nicht: Dateien übertragen Sie per Dateizugang, Datenbanken importieren Sie separat. Für WordPress erleichtern Erweiterungen wie Duplicator die Arbeit erheblich. Die Domain wandert über den Freigabeschlüssel mit.
Für alle, die europäische Server wollen, mehrere Projekte betreiben und etwas technische Erfahrung mitbringen – ab dem Basic-Paket ist das Angebot stark. Wer eine geführte Einrichtung erwartet oder im Störungsfall anrufen möchte, ist bei ALL-INKL.COM oder IONOS besser aufgehoben.
