Ihre Eingaben fließen bei v0 ins Training der Modelle. Abschalten lässt sich das erst, wenn Sie 100 statt 30 Dollar im Monat zahlen.
Das ist im Kern der einzige Unterschied zwischen den beiden Bezahltarifen: Guthaben, Modelle und Funktionen sind identisch. Wer an einem Kundenprojekt arbeitet und nicht möchte, dass Beschreibungen und Code in ein Trainingsverfahren wandern, zahlt dafür 70 Dollar Aufpreis. Für private Versuche spielt das keine Rolle – bei fremdem Material schon.
Wir haben Tarife, Guthabenmodell, Funktionsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was v0 leistet, wie das Guthaben funktioniert und für wen sich welche Stufe rechnet. Zwei Hinweise vorab: v0 rechnet in US-Dollar ab, und die genannten Beträge verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer.
Was ist v0 und für wen ist es geeignet?
v0 stammt von Vercel, dem Unternehmen hinter dem gleichnamigen Hostingdienst. Sie beschreiben in einem Satz, was Sie brauchen – etwa ein Anmeldeformular mit dunklem Hintergrund –, und erhalten dafür fertigen Code. Anders als ein Website-Baukasten liefert v0 also nicht eine fertige Seite, sondern die Bausteine dafür.
Ein verbreitetes Missverständnis räumen wir gleich aus: v0 hat inzwischen sehr wohl einen visuellen Editor. Im sogenannten Design Mode bearbeiten Sie das Ergebnis mit der Maus, ohne im Code zu arbeiten. Und veröffentlichen können Sie ebenfalls direkt – die Anbindung an Vercel gehört sogar zum kostenlosen Tarif. Ältere Testberichte behaupten das Gegenteil.
3,9/5★★★★☆Schnellster Weg vom Satz zur Oberfläche, inzwischen mit visuellem Editor – dafür mit Guthabenmodell, knappem Gratistarif und Training als Standard.- Wer eine Oberfläche entwerfen und das Ergebnis mitnehmen will
- Teams, die ohnehin mit Vercel veröffentlichen
- Schnelle Entwürfe, bevor es an die eigentliche Umsetzung geht
- Alle, die mit englischer Oberfläche zurechtkommen
- Wer eine fertige Firmenseite ohne Vorkenntnisse braucht
- Projekte mit fremden Daten im Bezahltarif für 30 Dollar
- Wer feste, planbare Monatskosten will
- Shops und Seiten mit Verwaltungsbereich
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg ist denkbar kurz: Konto anlegen, Beschreibung eintippen, Ergebnis ansehen. Links das Eingabefeld, rechts die Vorschau. Von dort aus können Sie das Ergebnis über Folgeanweisungen verfeinern, im visuellen Modus mit der Maus nachbearbeiten, mit einem Klick veröffentlichen oder den Code herausziehen.
Die Stärke liegt im schrittweisen Arbeiten. Sie verlangen zunächst einen Kopfbereich, danach eine Funktionsübersicht darunter – und v0 behält das Bestehende und ergänzt es. Das gelingt besser als bei allgemeinen Sprachassistenten, weil das Werkzeug den Zusammenhang des laufenden Projekts kennt.
Die Grenzen liegen dort, wo es über Oberflächen hinausgeht. v0 baut keine Warenwirtschaft, keine Benutzerverwaltung und keine Datenbankstruktur aus dem Stand. Auch die Werkzeuge für Suchmaschinen fehlen: Seitentitel, Beschreibungen und Verzeichnisse müssen Sie selbst ergänzen. Für eine Firmenseite, die über Google gefunden werden soll, ist das der falsche Weg.
Der Code gehört Ihnen
Was v0 von jedem Baukasten unterscheidet: Das Ergebnis ist gewöhnlicher Code in einem verbreiteten Format, kein herstellereigenes Dateiformat. Sie können ihn in ein eigenes Projekt übernehmen, in einer anderen Umgebung weiterbearbeiten oder bei einem beliebigen Hoster betreiben. Eine Bindung an die Plattform entsteht damit nicht – anders als bei Wix oder Jimdo, wo ein Wechsel Neuaufbau bedeutet. Eine Anbindung an ein Versionsverwaltungssystem gehört ebenfalls schon zum kostenlosen Tarif.
v0 im Test: Vor- und Nachteile
- Sehr schnelle Ergebnisse: Vom Satz zur brauchbaren Oberfläche in Sekunden.
- Keine Plattformbindung: Gewöhnlicher Code, überall weiterverwendbar.
- Visueller Editor vorhanden: Nachbearbeiten mit der Maus, ohne Code – auch im Gratistarif.
- Veröffentlichen inklusive: Die Anbindung an Vercel gehört zum kostenlosen Tarif.
- Schrittweises Verfeinern: Das Werkzeug behält den Zusammenhang über mehrere Anweisungen.
- Versionsverwaltung angebunden: Ebenfalls schon kostenlos.
- Training als Standard: Ausschluss erst ab 100 Dollar im Monat.
- Sieben Anfragen am Tag: Der Gratistarif ist schnell erschöpft.
- Kosten schwer planbar: Der Tarifpreis ist Guthaben, keine Obergrenze.
- Umsatzsteuer kommt hinzu: Alle Preise verstehen sich netto.
- Keine Suchmaschinen-Werkzeuge: Alles Nötige müssen Sie selbst ergänzen.
- Nur Englisch: Oberfläche und Hilfe bieten keine deutsche Fassung.
Was kostet v0?
Drei Stufen stehen offen zur Wahl, dazu eine Unternehmenslösung. Abgerechnet wird je Nutzer und Monat in US-Dollar – zuzüglich Umsatzsteuer, die nach Ihrer Rechnungsadresse berechnet wird. Für Deutschland kommen also 19 % obendrauf.
| Tarif | Preis | Guthaben | Tagesgrenze | Kein Training |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 5 $/Monat | 7 Anfragen | nein |
| Plus | 30 $/Nutzer | 30 $ + 2 $ täglich | keine | nein |
| Business | 100 $/Nutzer | 30 $ + 2 $ täglich | keine | ja |
- Kreditkarte: Die üblichen Anbieter werden akzeptiert.
- Monatlich kündbar: Keine Mindestlaufzeit, keine Jahresbindung.
- Netto-Preise: Umsatzsteuer wird nach Rechnungsadresse ergänzt.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Training ist die Voreinstellung: In Gratis- und Plus-Tarif fließen Ihre Eingaben in die Weiterentwicklung der Modelle. Erst ab Business ist der Ausschluss voreingestellt, in der Unternehmenslösung sichert der Anbieter zu, die Daten nie dafür zu verwenden. Das ist der wichtigste Punkt, wenn Sie fremdes Material verarbeiten.
- Verschlüsselung überall: Vorschauen und veröffentlichte Projekte werden verschlüsselt ausgeliefert.
- Serverstandort: Der Mutterkonzern betreibt Rechenzentren weltweit, auch in Deutschland. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist verfügbar. Wofür Ihre veröffentlichte Anwendung rechtlich gilt, bleibt Ihre Verantwortung.
- Sichern Sie selbst: Verlauf und erzeugte Bausteine liegen im Konto, eine automatische Sicherung im Sinne eines Hosters gibt es nicht. Legen Sie den Code in einer eigenen Versionsverwaltung ab – die Anbindung dafür ist vorhanden.
- Support nur auf Englisch: Per E-Mail und über ein Diskussionsforum. Zugesicherte Reaktionszeiten und Vorrang gibt es erst in der Unternehmenslösung.
v0 Erfahrungen und Bewertungen
v0 ist ein junges Werkzeug, die Rückmeldungen sammeln sich eher in Fachgemeinschaften als auf Bewertungsportalen. Drei Punkte wiederholen sich dort.
- Gelobt wird die Zeitersparnis. Für Entwürfe, die sonst Stunden kosten, reichen Minuten – und das Ergebnis ist ordentlich genug, um damit weiterzuarbeiten.
- Kritisiert wird die Guthabengrenze. Die sieben täglichen Anfragen im Gratistarif sind schnell verbraucht, und auch im Bezahltarif ist das Guthaben eher Einstiegsbetrag als Deckel.
- Genannt wird die Grenze bei Fachlogik. Für Oberflächen hervorragend, bei Abläufen und Regeln dahinter stößt das Werkzeug an seine Aufgabe.
- Gelobt wird die Offenheit des Ergebnisses. Dass der Code gewöhnlich und mitnehmbar ist, wird als entscheidender Vorteil gegenüber Baukästen beschrieben.
Alternativen zu v0
- Lovable: Erzeugt vollständige Anwendungen samt Datenhaltung – die Wahl, wenn Sie mehr als eine Oberfläche brauchen.
- Base44: Ähnlicher Ansatz mit Schwerpunkt auf fertigen Anwendungen für Gründerteams.
- Framer: Für eine gestaltete, fertig veröffentlichte Website mit Redaktionssystem und Suchmaschinen-Werkzeugen.
Fazit: Lohnt sich v0?
v0 ist schneller als alles, was ein Baukasten bietet, und das Ergebnis gehört Ihnen wirklich: gewöhnlicher Code, den Sie überall weiterverwenden können. Der visuelle Editor und die Möglichkeit, direkt zu veröffentlichen, entkräften den häufigsten Einwand gegen dieses Werkzeug – beides gehört inzwischen sogar zum kostenlosen Tarif.
Drei Dinge sollten Sie vorher wissen. Ihre Eingaben fließen bis 100 Dollar im Monat ins Training. Der Tarifpreis ist Guthaben und keine Obergrenze, die Kosten sind also schwer planbar. Und auf alle Beträge kommt Umsatzsteuer.
Unser praktischer Rat: Klären Sie zuerst, wessen Material Sie verarbeiten. Eigene Ideen und Übungsprojekte? Dann reicht Plus für 30 Dollar. Kundenmaterial oder etwas, worüber Vertraulichkeit vereinbart ist? Dann führt kein Weg an Business vorbei – oder Sie verzichten auf v0. Und beobachten Sie im ersten Monat, wie schnell das Guthaben sinkt, bevor Sie das Werkzeug fest einplanen.
Häufig gestellte Fragen zu v0
Der Gratistarif ist dauerhaft kostenlos, Plus kostet 30 US-Dollar je Nutzer und Monat, Business 100 Dollar; dazu gibt es eine Unternehmenslösung auf Anfrage. Wichtig: Alle Beträge verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer, die nach Ihrer Rechnungsadresse berechnet wird – für Deutschland also plus 19 Prozent.
Im Gratis- und im Plus-Tarif ja. Erst ab Business für 100 Dollar ist der Ausschluss standardmäßig aktiv, in der Unternehmenslösung sichert der Anbieter zu, die Daten nie dafür zu verwenden. Wenn Sie Material von Kunden verarbeiten oder Vertraulichkeit vereinbart ist, sollten Sie das vor der Tarifwahl bedenken.
Im Kern nur eines: Bei Business ist der Ausschluss vom Training voreingestellt. Guthaben, Modellzugang, Zusammenarbeit und Abrechnung sind identisch. Die 70 Dollar Aufpreis zahlen Sie also im Wesentlichen für diesen einen Punkt – für private Projekte lohnt sich das nicht.
Sie zahlen nicht für Funktionen, sondern für Verbrauch. Der Gratistarif enthält fünf Dollar Guthaben im Monat, Plus und Business je 30 Dollar plus zwei Dollar für jeden Tag, an dem Sie sich anmelden. Ist das Guthaben aufgebraucht, kaufen Sie nach – der Tarifpreis ist also eine Untergrenze, keine Obergrenze.
Sieben Anfragen am Tag und fünf Dollar Guthaben im Monat. Zum Ausprobieren reicht das, für ein durchgehendes Projekt nicht. Überraschend ist, was trotzdem enthalten ist: der visuelle Editor, das Veröffentlichen über Vercel und die Anbindung an eine Versionsverwaltung.
Ja – entgegen dem, was ältere Testberichte schreiben. Im sogenannten Design Mode bearbeiten Sie das Ergebnis mit der Maus, ohne im Code zu arbeiten. Die Funktion gehört sogar zum kostenlosen Tarif. Trotzdem hilft es sehr, den erzeugten Code lesen zu können.
Nein, das Veröffentlichen über Vercel gehört schon zum kostenlosen Tarif. Sie können den Code aber ebenso herausziehen und bei einem beliebigen Anbieter betreiben. Eine eigene Domain müssen Sie in jedem Fall separat kaufen – die gehört zu keinem Tarif.
Ja, und das ist der größte Vorteil gegenüber jedem Baukasten. Das Ergebnis ist gewöhnlicher Code in einem verbreiteten Format, kein herstellereigenes Dateiformat. Sie übernehmen ihn in ein eigenes Projekt oder bearbeiten ihn in einer anderen Umgebung weiter – eine Bindung an die Plattform entsteht nicht.
Nur bedingt. v0 erzeugt Oberflächen, keine fertige Website mit Redaktionssystem. Werkzeuge für Suchmaschinen fehlen: Seitentitel, Beschreibungen und Verzeichnisse müssen Sie selbst ergänzen. Wer eine Firmenseite braucht, die über Google gefunden wird, ist mit Framer oder einem klassischen Baukasten besser bedient.
Für einfache Entwürfe nicht mehr, seit es den visuellen Editor gibt. Sobald etwas nicht wie gewünscht aussieht oder Sie das Ergebnis in ein eigenes Projekt übernehmen wollen, hilft es aber sehr, den Code lesen zu können. Ohne jede Vorkenntnis kommen Sie mit einem klassischen Baukasten weiter.
Nein. Oberfläche, Hilfe und Support laufen ausschließlich auf Englisch, per E-Mail und über ein Diskussionsforum. Zugesicherte Reaktionszeiten und Vorrang bei der Bearbeitung gibt es erst in der Unternehmenslösung. Für Betriebe ohne eigene IT ist das ein spürbarer Nachteil.
Für alle, die Oberflächen entwerfen und das Ergebnis mitnehmen wollen – besonders, wenn sie ohnehin über Vercel veröffentlichen. Wer eine fertige Firmenseite ohne Vorkenntnisse braucht, feste Monatskosten will oder fremdes Material verarbeitet und die 100 Dollar nicht ausgeben möchte, sucht besser weiter.
