Bei einem Anbieter zahlst du minutengenau für die Zeit, in der der Server tatsächlich läuft. Beim anderen zahlst du 48 Monate im Voraus. Beides heißt im Deutschen „Cloud Hosting“.
„Cloud“ ist kein geschützter Begriff, und im Hosting-Markt bezeichnet er zwei völlig verschiedene Dinge. Auf der einen Seite echte Cloud-Infrastruktur, bei der du Ressourcen im Betrieb hoch- und runterfährst und nur die tatsächliche Nutzung bezahlst. Auf der anderen Seite leistungsstarke Pakete mit festem Monatspreis, die den Begriff im Namen tragen, sich aber wie klassisches Webhosting verhalten. Beides kann für dich richtig sein – nur muss du wissen, was du kaufst. Wir haben zehn Anbieter danach sortiert.
Der Unterschied, um den es wirklich geht
Das Abrechnungsmodell verrät, ob du echte Cloud bekommst oder ein umbenanntes Paket. Diese Übersicht stellt beides nebeneinander.
| Merkmal | Echte Cloud-Infrastruktur | Cloud-Paket mit Festpreis |
|---|---|---|
| Abrechnung | Nach Nutzung, minuten- oder stundenweise | Fester Monatspreis |
| Skalierung | Im Betrieb, jederzeit rauf und runter | Tarifwechsel nötig |
| Zugriff | Root-Zugang, eigene Administration | Vorkonfiguriert, kein Root |
| Sinnvoll bei | Schwankender Last, Testumgebungen, Projekten mit Ende | Website mit gleichmäßigem Verkehr |
| Voraussetzung | Technikkompetenz im Team | Keine |
Der praktische Unterschied zeigt sich an einem Beispiel. Wenn du eine Kampagne planst, bei der die Seite drei Tage lang das Zwanzigfache an Besuchern verkraften muss, fährst du bei echter Cloud die Ressourcen hoch, zahlst für diese drei Tage und fährst danach zurück. Bei einem Festpreis-Paket buchst du für dieselbe Anforderung einen größeren Tarif – und behältst ihn, weil ein Rückwechsel Aufwand bedeutet. Umgekehrt gilt: Für eine Firmenwebsite mit gleichmäßigem Verkehr ist die minutengenaue Abrechnung kein Vorteil, sondern nur eine Rechnung, die jeden Monat anders aussieht.
Die Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Abrechnung | Root-Zugang | Serverstandort | Einstiegspreis |
|---|---|---|---|---|
| IONOS Cloud | Minutengenau, pay-as-you-go | Ja, volle Root-Kontrolle | Deutschland, ISO-zertifiziert | Nach Nutzung |
| Hostinger Cloud | Fester Monatspreis | Nein | EU wählbar | 7,99 €/Monat bei 48 Monaten, regulär 25,99 € |
| Cloud86 | Fester Monatspreis, Ressourcen modular zubuchbar | Managed statt Root | Niederlande | Webhosting ab 1,95 €, VPS ab 5 € |
Die drei Anbieter stehen für drei verschiedene Modelle. IONOS betreibt mit den Cloud Cubes echte Cloud-Instanzen und rechnet minutengenau ab – du zahlst nur für die Zeit, in der der Server tatsächlich läuft. Hostinger verkauft Cloud-Pakete mit festem Monatspreis und starker Ausstattung, aber ohne Root-Zugang und mit Mindestlaufzeit. Cloud86 führt kein Produkt unter der Bezeichnung Cloud Hosting, dafür aber Managed-VPS-Tarife, bei denen sich einzelne Ressourcen zubuchen lassen – das ist näher an Cloud als ein Festpreis-Paket, aber ohne nutzungsabhängige Abrechnung.
Die besten Cloud-Hosting-Anbieter
Sortiert danach, wie weit das Angebot dem entspricht, was Cloud technisch bedeutet. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben.
Die Anbieter im Detail
1. IONOS Cloud – Das einzige echte Cloud-Angebot im Partnervergleich

⭐ 4,5/5
IONOS Cloud: Das Modell im DetailIONOS beschreibt sein Cloud-Angebot mit genau den Merkmalen, die echte Cloud ausmachen: „Volle Root-Kontrolle, minutengenaue Abrechnung und skalierbare Ressourcen aus ISO-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland“ (IONOS Cloud). Die Abrechnung läuft für alle Komponenten pay-as-you-go, und du zahlst laut Anbieter nur für die Zeit, in der der Server tatsächlich läuft. Die Einstiegsinstanzen heißen Cloud Cubes.
Konsequent ist das Modell auch bei den Lizenzen: Windows-Lizenzgebühren werden minutengenau abgerechnet, die Gebühren für Red Hat Enterprise Linux pro angefangener Stunde und pro vCPU. Wer eine Testumgebung nur an Werktagen braucht oder ein Projekt mit festem Ende betreibt, spart damit real Geld. Der Preis dafür ist Verantwortung: Root-Zugang heißt, dass Betriebssystem, Updates und Sicherheit bei dir liegen. Ohne Technikkompetenz im Team ist das der falsche Weg – dann ist ein Paket mit Festpreis die bessere Wahl.
- Minutengenaue Abrechnung, auch bei Lizenzen
- Volle Root-Kontrolle und Skalierung im Betrieb
- ISO-zertifizierte Rechenzentren in Deutschland
- Deutschsprachiger Support
- Administration liegt vollständig bei dir
- Monatliche Rechnung schwankt mit der Nutzung
- Für eine einfache Firmenwebsite überdimensioniert
2. Hostinger Cloud – Viel Leistung, aber ein Paket statt Cloud

⭐ 4,2/5
Hostinger Cloud: Das Modell im DetailDer Cloud-Startup-Tarif von Hostinger bringt 4 CPU-Kerne, 4 GB RAM, 100 GB NVMe-Speicher, 100 PHP-Worker und unbegrenzt viele Websites mit (Cloud Hosting bei Hostinger). Das ist für den Preis viel Leistung und für eine Agentur mit mehreren Kundenprojekten oder einen wachsenden Shop eine vernünftige Basis. Cloud im technischen Sinn ist es nicht: Es gibt keinen Root-Zugang, keine Abrechnung nach Nutzung und keine Skalierung im laufenden Betrieb.
Beim Preis solltest du genau hinsehen. Die 7,99 Euro für Cloud Startup gelten laut Anbieter beim 48-monatigen Plan – regulär kostet der Tarif 25,99 Euro monatlich, das sind rund 69 % Nachlass. Cloud Professional liegt bei 14,99 Euro, Cloud Enterprise bei 29,99 Euro, jeweils zur gleichen Bedingung. Über vier Jahre gerechnet ist das ein faires Angebot, aber es ist eine Vorauszahlung über vier Jahre – das Gegenteil von dem, was Cloud eigentlich verspricht.
- 4 CPU-Kerne und 4 GB RAM schon im Einstieg
- 100 GB NVMe, unbegrenzt viele Websites
- Keine Administration nötig, vorkonfiguriert
- Serverstandort innerhalb der EU wählbar
- Keine Abrechnung nach Nutzung
- Kein Root-Zugang, keine Skalierung im Betrieb
- Aktionspreis nur bei 48 Monaten Laufzeit
- Regulärpreis mehr als dreimal so hoch
3. Cloud86 – Managed VPS statt Cloud, mit modularen Ressourcen

⭐ 4,0/5
Cloud86: Das Modell im DetailEin Produkt namens Cloud Hosting gibt es bei Cloud86 nicht. Was es gibt, liegt aber näher an Cloud, als der Name vermuten lässt: Neben klassischem Webhosting bietet der Anbieter Managed-VPS-Tarife, bei denen einzelne Ressourcen zubuchbar sind – 5 Euro für einen vCPU-Kern, 7,50 Euro für ein Gigabyte Arbeitsspeicher, 2 Euro für 10 GB SSD (VPS bei Cloud86). Was fehlt, ist die nutzungsabhängige Abrechnung: Du zahlst einen festen Monatspreis für die gebuchte Ausstattung.
Der zweite Punkt macht das Angebot für eine bestimmte Gruppe interessant: Cloud86 betreibt die VPS-Tarife als Managed-Angebot und kümmert sich laut Anbieter „um alle technischen Wartungsarbeiten und Software-Updates“, mit Server-Überwachung rund um die Uhr. Wer mehr Leistung braucht als Webhosting bietet, aber niemanden im Haus hat, der Linux-Server administriert, bekommt hier genau das – bei echter Cloud mit Root-Zugang läge diese Arbeit bei dir. Und wenn du gar keine zusätzliche Leistung brauchst: Das Webhosting beginnt bei 1,95 Euro netto und verlängert zu 3,75 Euro.
- Managed VPS: Wartung und Updates beim Anbieter
- Einzelne Ressourcen zubuchbar, Preise ausgewiesen
- Moderate Preissteigerung nach der Erstlaufzeit
- Datenbanken je Tarif offen ausgewiesen
- Serverstandort innerhalb der EU
- Kein Tarif mit nutzungsabhängiger Abrechnung
- Managed statt Root-Zugang
- Preise netto ausgewiesen
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
Weitere Cloud-Anbieter am Markt
Im Cloud-Segment spielen mehrere Spezialisten eine Rolle, die im deutschsprachigen Raum verbreitet sind. Wir nennen sie mit ihrem Modell zur Orientierung – Preise und Ausstattung ändern sich hier häufiger als im Webhosting, prüfe sie direkt beim Anbieter.
| Anbieter | Modell | Serverstandort | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Hetzner | Cloud-Server mit Stundenpreis | Deutschland, Finnland | Teams mit eigener Technikkompetenz |
| netcup | Server zum Festpreis, viel Leistung | Deutschland, Österreich | Preisbewusste mit Linux-Kenntnissen |
| Contabo | Sehr günstige VPS und Dedicated | Deutschland, weltweit | Große Ressourcen zum kleinen Preis |
| OVHcloud | Breites Cloud-Portfolio | Frankreich, EU | Projekte mit EU-Anforderung |
| DigitalOcean | Cloud für Entwickler, Stundenpreis | Weltweit, EU-Regionen | Entwicklerteams und APIs |
| Akamai Cloud, früher Linode | Cloud-Instanzen mit Stundenpreis | Weltweit | Internationale Anwendungen |
| Cloudways | Managed Cloud auf fremder Infrastruktur | Je nach gewähltem Anbieter | Agenturen ohne eigene Administration |
Eine Besonderheit ist Cloudways: Der Dienst betreibt keine eigenen Rechenzentren, sondern legt eine Verwaltungsschicht über die Infrastruktur anderer Anbieter. Du bekommst also Cloud-Ressourcen samt Administration, zahlst aber für die Zwischenschicht mit. Für eine Agentur, die Kundenprojekte betreut und keine eigenen Systemadministratoren hat, kann das die richtige Rechnung sein – für ein einzelnes Projekt ist es ein Aufschlag ohne Gegenwert.
Brauchst du überhaupt Cloud Hosting?
- Nein, wenn deine Website gleichmäßigen Verkehr hat. Eine Firmenseite, ein Vereinsauftritt oder ein Blog laufen auf klassischem Webhosting für wenige Euro im Monat besser, weil du keine Administration brauchst. Cloud kostet dann mehr und bringt nichts.
- Ja, wenn die Last stark schwankt. Kampagnen, Ticketverkäufe, saisonale Shops, Medienprojekte mit einzelnen Spitzen. Hier zahlst du bei nutzungsabhängiger Abrechnung nur für die Spitze und nicht das ganze Jahr für sie.
- Ja, wenn du Testumgebungen brauchst. Eine Instanz, die nur an Werktagen läuft, kostet bei minutengenauer Abrechnung rund ein Drittel dessen, was sie im Dauerbetrieb kosten würde.
- Nur mit Technikkompetenz im Team. Root-Zugang bedeutet, dass Betriebssystem, Updates, Firewall und Backups bei dir liegen. Wer das nicht abdecken kann, kauft sich mit echter Cloud ein Sicherheitsproblem statt eines Vorteils.
- Achtung bei „Cloud“ im Produktnamen. Prüfe Abrechnung, Root-Zugang und Skalierung. Fehlt alles drei, kaufst du ein Webhosting-Paket mit anderem Etikett – was in Ordnung sein kann, wenn der Preis stimmt.
So haben wir bewertet
Ausgewertet haben wir die Cloud-Produktseiten der Anbieter im September 2026. Maßgeblich für die Reihenfolge war, wie weit ein Angebot dem entspricht, was Cloud technisch bedeutet: nutzungsabhängige Abrechnung, Skalierung im laufenden Betrieb und Root-Zugang. Ein Anbieter gilt hier nur dann als Cloud-Anbieter, wenn er mindestens eines dieser Merkmale ausdrücklich zusagt. Bei Cloud86 fanden wir kein Produkt unter der Bezeichnung Cloud Hosting, wohl aber Managed-VPS-Tarife mit zubuchbaren Ressourcen – das weisen wir entsprechend aus, statt den Anbieter pauschal ein- oder auszuschließen. Preise sind mit Laufzeit, Regulärpreis und Steuerausweis angegeben. Sieben weitere Anbieter nennen wir mit ihrem Modell, ohne Preise, weil sich diese im Cloud-Segment häufiger ändern und wir sie nicht durchgängig verifizieren konnten. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben.
Fazit
Wenn du echte Cloud brauchst, führt unter den hier verglichenen Anbietern nur ein Weg dorthin: IONOS rechnet minutengenau ab, gibt volle Root-Kontrolle und betreibt ISO-zertifizierte Rechenzentren in Deutschland. Das ist das Modell, das bei schwankender Last und bei Testumgebungen tatsächlich Geld spart – und es setzt voraus, dass jemand im Team Server administrieren kann.
Hostinger liefert für 7,99 Euro monatlich beim 48-Monats-Plan viel Leistung, verkauft aber ein Paket und keine Cloud – kein Root, keine Abrechnung nach Nutzung, vier Jahre Vorauszahlung. Und die unbequeme Frage zum Schluss: Die meisten, die nach Cloud Hosting suchen, brauchen keine. Bei gleichmäßigem Verkehr ist klassisches Webhosting für zwei bis sechs Euro im Monat die richtige Antwort. Und wer mehr Leistung braucht, aber keinen Server administrieren will, ist mit einem Managed VPS wie bei Cloud86 besser bedient als mit echter Cloud.
Häufig gestellte Fragen
Beim klassischen Webhosting teilst du einen vorkonfigurierten Server mit anderen Kunden und zahlst einen festen Monatspreis. Echtes Cloud Hosting gibt dir eigene Instanzen mit Root-Zugang, die du im Betrieb hoch- und runterfahren kannst, und rechnet nach Nutzung ab. Viele Angebote mit Cloud im Namen sind allerdings Webhosting-Pakete mit anderem Etikett.
An drei Punkten auf der Produktseite. Erstens der Abrechnung: pay-as-you-go, minutengenau oder ein Stundenpreis sprechen für Cloud, ein Monatspreis mit Mindestlaufzeit dagegen. Zweitens dem Root-Zugang. Drittens der Skalierung: Lassen sich CPU und RAM im laufenden Betrieb ändern? Fehlt alles drei, ist es kein Cloud-Produkt.
Dass du nur für die tatsächliche Nutzung zahlst statt für einen festen Zeitraum. IONOS rechnet seine Cloud-Instanzen minutengenau ab, läuft ein Server also nur an Werktagen, zahlst du auch nur dafür. Bei IONOS gilt das laut Anbieter auch für Lizenzen: Windows minutengenau, Red Hat Enterprise Linux pro angefangener Stunde und vCPU.
Bei gleichmäßiger Last ja, deutlich. Klassisches Webhosting beginnt bei rund zwei Euro monatlich, ein Cloud-Paket bei acht Euro und eine echte Cloud-Instanz kostet je nach Ausstattung mehr. Bei schwankender Last kann Cloud günstiger sein, weil du Spitzen nur dann bezahlst, wenn sie auftreten.
Für echte Cloud ja. Root-Zugang bedeutet, dass Betriebssystem, Updates, Firewall und Backups in deiner Verantwortung liegen. Ohne jemanden im Team, der Linux-Server administrieren kann, kaufst du damit ein Sicherheitsproblem. Cloud-Pakete mit Festpreis wie bei Hostinger sind dagegen vorkonfiguriert und brauchen kein Systemwissen.
Cloud Startup wird mit 7,99 Euro monatlich beworben, gültig laut Anbieter beim 48-monatigen Plan. Regulär kostet der Tarif 25,99 Euro. Cloud Professional liegt bei 14,99 Euro, Cloud Enterprise bei 29,99 Euro zur gleichen Bedingung. Rechne also mit dem Regulärpreis, wenn du keine vier Jahre vorauszahlen willst.
Nicht von allein. Echte Cloud-Anbieter erlauben es dir, Ressourcen im laufenden Betrieb zu ändern. Automatisch geschieht das nur, wenn du entsprechende Regeln einrichtest oder ein Managed-Angebot nutzt. Bei Cloud-Paketen mit Festpreis gibt es keine Skalierung, dort wechselst du den Tarif.
Ja, in denselben zwei Punkten wie beim Webhosting: Ladezeit für Besucher und Datenschutzargumentation gegenüber Kunden. IONOS betreibt seine Cloud-Rechenzentren nach eigenen Angaben in Deutschland und ISO-zertifiziert, was gegenüber Auftraggebern die einfachere Begründung ist als ein Standort außerhalb der EU.
Ein Angebot, bei dem ein Dienstleister die Administration der Cloud-Instanzen übernimmt: Updates, Sicherheit, Überwachung. Cloudways etwa legt eine solche Verwaltungsschicht über die Infrastruktur anderer Anbieter. Für Agenturen ohne eigene Systemadministration kann das sinnvoll sein, für ein einzelnes Projekt ist es ein Aufschlag ohne Gegenwert.
Ja, aber es ist kein Tarifwechsel, sondern ein Umzug. Bei echter Cloud richtest du den Server neu ein, überträgst Dateien und Datenbank und stellst die Domain um. Plane das mit Vorlauf und teste auf einer Testadresse, bevor du die Domain umlegst. Anders als beim Tarifwechsel innerhalb eines Webhosting-Angebots geht hier nichts automatisch.
