Eine Agentur verlangt für eine einfache Firmenwebsite 3.000 Euro und mehr. Ein Baukasten kostet fünf Euro im Monat und braucht einen Nachmittag. Die Frage ist nicht, was billiger ist – sondern wann sich der Aufpreis lohnt.
Wer eine Website erstellen lassen will, holt drei Angebote ein und ist danach meist ratloser als vorher: 1.500 Euro beim einen, 12.000 beim anderen, dazu monatliche Wartungspauschalen in unbekannter Höhe. Wir haben die realen Marktpreise für Agenturen und Freelancer zusammengetragen, sie den Kosten moderner Baukästen gegenübergestellt und geprüft, welche Werkzeuge dir heute tatsächlich Arbeit abnehmen. Am Ende weißt du, in welche der drei Gruppen dein Projekt gehört – und was du auf keinen Fall delegieren solltest.
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Die Preisspannen sind groß, aber nicht willkürlich. Sie folgen dem Umfang der Seite und der Frage, wer die Arbeit macht. Diese Übersicht bündelt die Marktpreise, die deutsche Agenturen und Freelancer für 2026 nennen.
| Umsetzung durch | Einmalig | Laufend pro Monat | Dauer | Typisch für |
|---|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 0 € | 5–20 € | 1–3 Tage | Visitenkarte, Verein, Portfolio |
| Freelancer | 800–8.000 € | 0–100 € | 2–6 Wochen | Kleine Betriebe mit Designanspruch |
| Agentur, One-Pager | 1.500–7.000 € | 60–250 € | 3–6 Wochen | Landingpage, Produkteinführung |
| Agentur, Firmenwebsite | 3.000–12.000 € | 100–250 € | 6–12 Wochen | 5–15 Seiten, SEO-Grundlage |
| Agentur, individuell | ab 12.000 € | 150–500 € | 3–6 Monate | Shop, Konfigurator, Mehrsprachigkeit |
Zur Einordnung der Stundensätze: Freelancer liegen in Deutschland bei 50 bis 120 Euro, Agenturen bei 80 bis 180 Euro. Beim Aufwand entfallen typischerweise 25 bis 40 % auf Design und Konzeption – also auf den Teil, den ein Baukasten mit fertigen Vorlagen abdeckt. Genau daraus ergibt sich die Preisdifferenz.
Rechnen wir das über drei Jahre durch, was in Angebotsvergleichen fast nie passiert. Eine einfache Agenturwebsite für 4.000 Euro plus 120 Euro Wartung im Monat kostet dich nach drei Jahren rund 8.320 Euro. Dieselbe Laufzeit mit einem Baukasten für 9 Euro im Monat plus Domainverlängerung liegt bei etwa 360 Euro. Das ist Faktor 23. Die Agentur muss also nicht ein bisschen besser sein, sondern deutlich mehr einbringen – mehr Anfragen, höhere Abschlüsse, gespartes Personal.
Agentur, Freelancer oder selbst machen: Woran du es erkennst
Die Entscheidung hängt weniger am Budget als an vier Fragen. Wenn du drei davon mit Ja beantwortest, lohnt sich die professionelle Umsetzung.
- Verdient die Website Geld? Wenn Kunden über die Seite anfragen oder kaufen, ist jeder Euro Investition messbar. Eine reine Präsenzseite ohne Anfragefunktion rechnet sich dagegen selten über einen Baukasten hinaus.
- Brauchst du etwas, das Baukästen nicht können? Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem, Konfiguratoren, Mitgliederbereiche mit Rechteverwaltung, echte Mehrsprachigkeit mit eigenen URLs pro Sprache. Das ist der Punkt, an dem Baukästen ausscheiden.
- Ist dein Auftritt Teil des Verkaufsarguments? Bei Architektur, Fotografie, Innenausbau oder Beratung im Premiumsegment kauft der Kunde auch die Optik. Eine erkennbare Standardvorlage kostet dort Aufträge.
- Fehlt dir die Zeit, nicht das Geld? Rechne ehrlich: Ein bis zwei Arbeitstage für den Aufbau, dazu Texte und Bilder. Wenn dein Stundensatz hoch ist, kippt die Rechnung schnell zugunsten des Dienstleisters.
Ein Praxisbeispiel: Eine Physiotherapiepraxis mit vier Behandlerinnen braucht Leistungen, Team, Öffnungszeiten, Anfahrt und ein Kontaktformular. Fünf Seiten, keine Sonderfunktion, die Kundschaft kommt über Empfehlung und Google Maps. Hier ist eine Agenturrechnung von 5.000 Euro schwer zu begründen – der Baukasten liefert dasselbe Ergebnis. Kommt dagegen ein Online-Terminkalender dazu, der mit der Praxissoftware sprechen soll, ist die Grenze überschritten.
Was du nicht delegieren kannst
Der häufigste Grund, warum Website-Projekte sich um Monate verzögern, ist nicht die Technik. Es sind die Inhalte. Auch wenn du eine Agentur bezahlst, bleiben diese Punkte bei dir – rechne die Zeit dafür in jedem Szenario ein.
- Fachliche Texte: Was du anbietest, für wen, worin du dich unterscheidest. Texter können formulieren, aber nicht wissen.
- Bilder: Eigene Fotos von Team, Räumen und Arbeit schlagen jede Bildagentur. Ein halber Tag mit einem Fotografen kostet 300 bis 800 Euro und wirkt länger als jedes Layout.
- Rechtstexte: Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz und Datenschutzerklärung müssen zu deinem Betrieb passen. Agenturen liefern hier meist nur Platzhalter.
- Entscheidungen: Seitenstruktur, Reihenfolge der Leistungen, was auf die Startseite gehört. Wer das dem Dienstleister überlässt, zahlt später für Änderungsrunden.
Diese Baukästen nehmen dir die meiste Arbeit ab
Wenn du dich fürs Selbermachen entscheidest, ist die entscheidende Frage nicht, welcher Baukasten am meisten kann – sondern welcher am wenigsten von dir verlangt. Die folgende Reihenfolge ist genau danach sortiert: Ganz oben stehen die Werkzeuge, die den größten Teil der Arbeit selbst übernehmen. Die Bewertung in Klammern bezieht sich auf die Gesamtqualität und läuft deshalb nicht parallel zur Reihenfolge.
Die Baukästen im Detail
1. Wix – Die KI liefert den Entwurf, du gibst die Richtung

⭐ 4,7/5 – Bester Kompromiss zwischen Automatik und Kontrolle
Wix: Was bleibt bei dir?Ein Hinweis, der in fast allen Vergleichen fehlt: Das früher überall empfohlene Wix ADI existiert nicht mehr. Wix hat den Assistenten am 10. November 2024 abgeschaltet und bestehende Projekte automatisch in den Wix Editor überführt (Wix Help Center). Heute beschreibst du dein Vorhaben im Chat, die KI erzeugt einen mehrseitigen Entwurf, den du anschließend frei weiterbearbeitest. Seit Anfang 2026 läuft das unter dem Namen Harmony.
Praktisch heißt das: Nach zehn Minuten steht eine Seite, die aussieht wie eine Website – aber mit Platzhaltertexten über dein Unternehmen, die niemand so veröffentlichen sollte. Der Zeitgewinn liegt im Layout, nicht im Inhalt. Bezahltarife starten bei 9 Euro pro Monat für Light, mit Shop 17 Euro für Core, jeweils bei jährlicher Zahlung (Preisübersicht bei Wix). Wichtig vor dem Start: Nach der Veröffentlichung lässt sich die Vorlage nicht mehr tauschen.
- KI-Entwurf in Minuten, danach volle Freiheit
- Größte Vorlagenauswahl im Vergleich
- Preis bleibt nach dem ersten Jahr stabil
- KI-Texte müssen komplett überarbeitet werden
- Vorlagenwechsel nach Veröffentlichung unmöglich
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
2. IONOS – Wenn du einen Menschen erreichen willst

⭐ 4,5/5 – Die Antwort für alle, die nicht allein dastehen wollen
IONOS: Was bleibt bei dir?Der Unterschied zu Wix liegt nicht im Editor, sondern im Telefon. Wenn du um 22 Uhr feststellst, dass die Domain nicht auflöst, ist bei IONOS jemand erreichbar – auf Deutsch, mit persönlichem Ansprechpartner. Für viele Selbstständige ist das der eigentliche Grund, hier zu bleiben, und es ist die günstigste Form von „erstellen lassen“: Du baust selbst, hast aber jemanden im Rücken.
Standard kostet 6 Euro pro Monat, Plus 11 Euro (Tarifübersicht bei IONOS). Aktionen senken den Plus-Tarif zeitweise auf 1 Euro monatlich für zwölf Monate; danach greift der reguläre Preis. Einmalig kommen 10 Euro Einrichtungsgebühr hinzu, die auf Vergleichsseiten regelmäßig fehlen. Die Vorlagenauswahl ist kleiner als bei Wix, für eine Firmenseite mit Leistungen und Kontakt aber ausreichend.
- Telefon-Support rund um die Uhr auf Deutsch
- Domain, SSL und Hosting in einem Vertrag
- Rechenzentren in Deutschland
- 10 Euro Einrichtungsgebühr
- Deutlicher Preissprung nach dem Aktionsjahr
- Kein kostenloser Tarif zum Ausprobieren
3. Jimdo – Fragebogen statt Editor

⭐ 4,3/5 – Der kürzeste Weg für kleine Betriebe und Vereine
Jimdo: Was bleibt bei dir?Jimdo stellt ein paar Fragen zu Branche und Stil und baut daraus eine Seite. Danach klickst du Textfelder an und ersetzt Inhalte – mehr Entscheidungen gibt es nicht zu treffen. Genau das ist der Punkt: Wo Wix dich mit Möglichkeiten überfordern kann, hält Jimdo die Auswahl klein. Für den Malerbetrieb, den Sportverein oder die Praxis, die endlich auffindbar sein will, ist das die passende Menge.
Play bleibt unbegrenzt gratis, allerdings nur unter einer Jimdo-Subdomain. Start kostet 9 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung, Grow 15 Euro (Preise bei Jimdo). Keine Einrichtungsgebühr, kein Preissprung nach dem ersten Jahr. Die Grenze zeigt sich, wenn das Projekt wächst: Für einen ernsthaften Shop oder viele Unterseiten wird es eng, und ein Umzug bedeutet bei Baukästen praktisch einen Neubau.
- Dauerhaft kostenloser Tarif ohne Kreditkarte
- Support und Anbieter aus Deutschland
- Keine Einrichtungsgebühr, stabile Preise
- Funktionsumfang für wachsende Projekte begrenzt
- Wenig Gestaltungsfreiheit im Detail
- Shop erst im mittleren Tarif
4. Hostinger – Die KI schreibt auch die Texte

⭐ 4,2/5 – Am meisten Automatik fürs kleinste Geld
Hostinger: Was bleibt bei dir?Hostinger geht am weitesten: Die KI erzeugt nicht nur Struktur und Layout, sondern auch Texte und Bilder. Nach fünf Minuten steht eine vollständig gefüllte Seite. Genau hier liegt aber auch die Gefahr – KI-Texte über dein Handwerk klingen plausibel und sind fachlich oft daneben. Lies jeden Satz, bevor du veröffentlichst. Als Rohgerüst ist das Ergebnis trotzdem ein enormer Zeitgewinn.
Beim Preis musst du genau hinsehen: Die 2,99 Euro gelten netto, also brutto rund 3,56 Euro, und nur bei Vorauszahlung über 48 Monate. Das sind gut 143 Euro auf einen Schlag und vier Jahre Bindung. Bei Verlängerung springt der Tarif auf 9,99 Euro monatlich (Tarife bei Hostinger). Wer nicht weiß, ob das Projekt in zwei Jahren noch läuft, ist bei Jimdo oder Wix flexibler unterwegs.
- Höchster Automatisierungsgrad im Vergleich
- Niedrigster Einstiegspreis
- Domain im ersten Jahr kostenlos
- Bestpreis nur bei 48 Monaten Vorauszahlung
- Verlängerung mehr als verdreifacht den Preis
- KI-Texte fachlich ungeprüft
5. Base44 – Wenn die Website mehr können muss als informieren

⭐ 3,6/5 – Die Alternative zum Entwicklerbudget
Base44: Was bleibt bei dir?Hier wird der Vergleich mit der Agentur wirklich interessant. Alles, was in einem Agenturangebot unter „individuelle Entwicklung“ läuft und den Preis über 12.000 Euro treibt – ein Buchungssystem, ein Mitgliederbereich, ein internes Werkzeug –, baut Base44 aus einer Beschreibung. Datenbank, Nutzeranmeldung und Ablauflogik entstehen mit. Für ein erstes funktionsfähiges Produkt, das man testen und verwerfen kann, ist das der günstigste Weg, den es derzeit gibt.
Zwei Einschränkungen: Ein visueller Editor im klassischen Sinn fehlt, alles läuft über Beschreibungen im Chat. Und Oberfläche wie Support sind englischsprachig. Der Free-Tarif hat begrenztes Guthaben, Starter kostet 16 Dollar monatlich bei jährlicher Zahlung (Preise bei Base44). Seit Juni 2025 gehört Base44 zu Wix und wird laut Anbieter als eigenes Produkt weitergeführt. Für eine schlichte Firmenseite mit fünf Seiten ist es der falsche Ansatz.
- Ersetzt Funktionen, die sonst Entwicklerhonorar kosten
- Datenbank und Nutzerverwaltung ohne Programmierung
- Free-Tarif zum Ausprobieren
- Kein visueller Editor
- Oberfläche und Support nur auf Englisch
- Für einfache Websites überdimensioniert
6. Webador – Damit auch der Nachfolger die Seite pflegen kann

⭐ 3,7/5 – Der pflegeleichteste Baukasten im Vergleich
Webador: Was bleibt bei dir?Webador nimmt dir weniger Arbeit ab als die KI-Tools, dafür kann die Seite hinterher jeder pflegen. Das ist ein unterschätztes Kriterium: Wer baut die Website in drei Jahren um, wenn du nicht mehr im Betrieb bist oder keine Zeit hast? Die Oberfläche ist so aufgeräumt, dass eine Kollegin ohne Einweisung Öffnungszeiten ändern oder ein Foto tauschen kann. Für Vereine mit wechselndem Vorstand ist das das entscheidende Argument.
Angenehm ehrlich sind die Preise: Lite kostet 6,55 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung inklusive Mehrwertsteuer, bei monatlicher Zahlung 8,33 Euro. Für die ersten drei Monate zieht Webador die Hälfte ab (Preise bei Webador). Keine Einrichtungsgebühr, keine Mehrjahresbindung. Dafür ist die Vorlagenauswahl klein und der Shop nur für wenige Artikel gedacht.
- Auch von Ungeübten pflegbar
- Preise inklusive Mehrwertsteuer, monatlich buchbar
- Keine Einrichtungsgebühr, keine lange Bindung
- Keine KI-Unterstützung beim Aufbau
- Kleine Vorlagenauswahl
- Shop nur für wenige Artikel geeignet
7. Squarespace – Wenn das Aussehen das Verkaufsargument ist

⭐ 3,9/5 – Das nächstbeste zum Agenturdesign
Squarespace: Was bleibt bei dir?Wenn du überlegst, eine Agentur zu bezahlen, weil dein Auftritt gut aussehen muss, ist Squarespace die günstigste Antwort auf dieses Bedürfnis. Die Vorlagen sind auf Agenturniveau, und der abschnittsbasierte Editor lässt dich sie kaum ruinieren. Der Haken: Die Vorlage trägt nur, wenn deine Bilder etwas hergeben. Mit Handyfotos aus schlechtem Licht sieht auch das beste Raster mittelmäßig aus – rechne 300 bis 800 Euro für einen halben Tag Fotograf ein, dann stimmt das Verhältnis.
Basic kostet 12 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung, zuzüglich Mehrwertsteuer; bei monatlicher Zahlung 17 Euro. Verkaufen ist ab dem Core-Tarif für 18 Euro möglich (Preise bei Squarespace). Einen kostenlosen Dauertarif gibt es nicht, dafür 14 Tage Testphase ohne Kreditkarte. Zeitweise gibt es 20 % Nachlass auf die erste Zahlung eines neuen Abos.
- Beste Vorlagenqualität aller getesteten Anbieter
- Ergebnis bleibt auf allen Geräten sauber
- 14 Tage testen ohne Zahlungsdaten
- Preise netto, Brutto liegt rund 19 % höher
- Wirkt nur mit hochwertigen eigenen Bildern
- Kein deutschsprachiger Telefon-Support
8. STRATO – Am wenigsten Automatik, am wenigsten Geld

⭐ 4,1/5 – Solide Handarbeit zum niedrigsten Bruttopreis
STRATO: Was bleibt bei dir?STRATO hilft dir am wenigsten beim Bauen – dafür ist es die günstigste Variante mit deutschen Servern und Bruttopreisen. Der Editor ist Handarbeit: Abschnitte anlegen, Inhalte einsetzen, Reihenfolge sortieren. Wer eine schnörkellose Seite für einen Verein, eine Praxis oder einen lokalen Betrieb braucht und keine Angst vor einer Stunde Klickarbeit hat, kommt hier am billigsten ans Ziel.
Beim Preis lohnt der zweite Blick: Die beworbenen 5 Euro für Starter und 9 Euro für Basic gelten inklusive Mehrwertsteuer, aber nur im Zwölf-Monats-Vertrag. Monatlich kündbar kostet Starter 6 und Basic 10 Euro, zusätzlich einmalig 10 Euro Einrichtung (Tarife bei STRATO). Aktionen senken Basic zeitweise auf 1 Euro monatlich für zwölf Monate.
- Preise inklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen
- Rechenzentren und Support in Deutschland
- Domain und SSL in jedem Tarif enthalten
- Keine KI-Unterstützung, alles Handarbeit
- 10 Euro Einrichtungsgebühr
- Bestpreis nur mit Zwölf-Monats-Bindung
Die Baukästen im direkten Vergleich
Alle acht Anbieter nebeneinander – mit dem Blick darauf, wie viel Arbeit übrig bleibt.
| Anbieter | Günstigster Bezahltarif | KI baut mit | Free-Tarif | Support auf Deutsch | Passt zu |
|---|---|---|---|---|---|
| Wix | 9 €/Monat (jährlich) | Layout und Rohtexte | Ja | Nur schriftlich | Alles außer Sonderfunktionen |
| IONOS | 6 €/Monat + 10 € Einrichtung | Vorlage und Struktur | Nein | Ja, Telefon rund um die Uhr | Selbstständige, kleine Betriebe |
| Jimdo | 9 €/Monat (jährlich) | Struktur und Farbwelt | Ja | Ja | Vereine, lokale Betriebe |
| Hostinger | 2,99 €/Monat netto (48 Monate) | Layout, Texte, Bilder | Nein | Nur schriftlich | Kleines Budget, schneller Start |
| Base44 | 16 $/Monat (jährlich) | Auch Funktionen | Ja | Nein | Buchungssysteme, Prototypen |
| Webador | 6,55 €/Monat (jährlich) | Nein | Ja | Ja | Seiten, die andere pflegen |
| Squarespace | 12 €/Monat netto (jährlich) | Nein, Vorlage trägt | Nein | Nur schriftlich | Portfolio, Designanspruch |
| STRATO | 5 €/Monat + 10 € Einrichtung | Nein | Nein | Ja | Kleinstes Budget, deutsche Server |
Der Mittelweg: Baukasten plus Dienstleister
Viele übersehen die dritte Möglichkeit. Du baust die Seite im Baukasten und kaufst gezielt die Teile ein, die dir fehlen. Das kostet einen Bruchteil eines Komplettprojekts und löst genau die Schwächen, die Baukästen haben.
- Texte vom Texter: 80 bis 200 Euro pro Seite. Der größte Qualitätssprung fürs Geld, weil KI-Texte fachlich meist nicht tragen.
- Fotoshooting: 300 bis 800 Euro für einen halben Tag. Wirkt stärker als jede Vorlagenwahl und hält mehrere Jahre.
- Rechtstexte vom Anwalt oder Generator: 0 bis 300 Euro. Bei Shops und Datenverarbeitung die günstigere Versicherung gegenüber einer Abmahnung.
- Einmalige Designdurchsicht: zwei bis vier Stunden Freelancer, 100 bis 400 Euro. Jemand schaut über Abstände, Schriftgrößen und Bildzuschnitte, du setzt es selbst um.
Selbst wenn du alle vier Posten kaufst, bleibst du bei rund 1.500 Euro einmalig plus 10 Euro monatlich – und damit weit unter dem günstigsten Agenturangebot für eine Firmenwebsite.
So haben wir bewertet
Die Preisangaben zu Agenturen und Freelancern beruhen auf öffentlich einsehbaren Preisübersichten deutscher Webagenturen aus dem Jahr 2026; wir haben die genannten Spannen zusammengeführt und auf Median-Werte verdichtet. Die Tarife der Baukästen stammen von den offiziellen Preisseiten der Anbieter, Stand September 2026, jeweils mit Zahlungsweise, Laufzeit, Mehrwertsteuerausweis und Verlängerungspreis. Die Reihenfolge der Baukästen richtet sich danach, wie viel des Arbeitsaufwands das Werkzeug übernimmt; die Sternbewertung bezieht sich auf die Gesamtqualität und ist über unsere Artikel hinweg einheitlich. Preise und Aktionen ändern sich häufig – prüfe den Stand vor dem Abschluss.
Fazit
Eine Website erstellen zu lassen lohnt sich, wenn die Seite Geld verdient oder Funktionen braucht, die Baukästen nicht liefern – Warenwirtschaft, Konfiguratoren, echte Mehrsprachigkeit. Für die klassische Firmenseite mit fünf bis zehn Seiten ist der Aufpreis von Faktor 20 kaum zu begründen. Wix nimmt dir dabei am meisten ab, ohne dich einzuschränken. IONOS ist die Wahl, wenn du jemanden anrufen können willst. Hostinger liefert die meiste Automatik fürs kleinste Geld, allerdings gegen vier Jahre Bindung.
Und unabhängig davon, wofür du dich entscheidest: Texte, Bilder und Rechtstexte bleiben deine Aufgabe. Wer diesen Teil ernst nimmt, bekommt mit einem Baukasten für 100 Euro im Jahr ein besseres Ergebnis als mit einer Agentur für 5.000 Euro und leeren Platzhaltern.
Häufig gestellte Fragen
Ein One-Pager von einer Agentur kostet 1.500 bis 7.000 Euro, eine Firmenwebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten 3.000 bis 12.000 Euro. Individuelle Projekte mit Shop oder Konfigurator beginnen bei 12.000 Euro. Dazu kommen 60 bis 250 Euro monatlich für Wartung. Freelancer liegen bei 800 bis 8.000 Euro einmalig. Selbst gebaut mit einem Baukasten zahlst du 5 bis 20 Euro im Monat ohne Einmalkosten.
Weil Website ein Sammelbegriff ist. Fünf Seiten mit fertiger Vorlage sind ein anderes Projekt als zwanzig Seiten mit individuellem Design und Schnittstellen. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn du dieselbe Leistungsliste vorgibst: Seitenzahl, Design individuell oder Vorlage, SEO-Grundeinrichtung, Barrierefreiheit, Texte, Bilder, Rechtstexte, Schulung und Anzahl der Änderungsrunden.
Bei einer Agentur dauert ein One-Pager drei bis sechs Wochen, eine Firmenwebsite sechs bis zwölf Wochen, individuelle Projekte drei bis sechs Monate. Freelancer brauchen zwei bis sechs Wochen. Der häufigste Verzögerungsgrund sind fehlende Texte und Bilder von dir, nicht die Technik. Selbst gebaut bist du mit einem Baukasten in einem bis drei Tagen fertig.
Wenn die Website messbar Geld einbringt, wenn du Funktionen brauchst, die Baukästen nicht können, oder wenn das Aussehen Teil des Verkaufsarguments ist. Konkret sind das Warenwirtschaftsanbindungen, Konfiguratoren, Mitgliederbereiche mit Rechteverwaltung und echte Mehrsprachigkeit. Für eine Firmenseite mit fünf bis zehn Seiten ohne Sonderfunktion ist der Aufpreis schwer zu rechtfertigen.
Freelancer berechnen in Deutschland 50 bis 120 Euro pro Stunde, Agenturen 80 bis 180 Euro, jeweils abhängig von Region, Erfahrung und Spezialisierung. Bei einem Pauschalangebot lohnt die Frage nach dem kalkulierten Stundenaufwand. Daraus erkennst du, ob Konzept und Testing eingerechnet sind oder ob nur eine Vorlage befüllt wird.
Struktur, Layout und einen ersten Textentwurf ja. Fachlich korrekte Inhalte über dein Angebot nein. KI-Texte klingen plausibel und enthalten regelmäßig Aussagen, die auf deinen Betrieb nicht zutreffen. Hostinger geht am weitesten und liefert Texte und Bilder mit, Wix und Jimdo erzeugen Struktur und Rohtexte. Jeden Satz vor der Veröffentlichung prüfen.
Updates von System und Erweiterungen, Sicherungen mit dokumentierter Wiederherstellung, Erreichbarkeitsüberwachung, SSL-Verlängerung und ein festes Kontingent an Inhaltsänderungen. Lass dir die Reaktionszeit schriftlich geben. Bei Baukästen entfällt der Vertrag, weil Updates und Sicherungen im Abo enthalten sind – das ist ein Kostenvorteil, der in Vergleichen meist untergeht.
Das musst du vorher klären. Lass dir schriftlich zusichern, dass Domain, Hosting-Zugang und Nutzungsrechte an Design und Bildern bei dir liegen. Häufige Streitpunkte sind Domains, die auf die Agentur registriert sind, und Bildlizenzen, die nur für dieses Projekt gelten. Bei Baukästen gehört dir das Konto, das Design bleibt aber an das System gebunden.
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Betroffen sind unter anderem Onlineshops und digitale Dienstleistungen im Verbrauchergeschäft. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Prüfe im Agenturangebot ausdrücklich, ob Barrierefreiheit enthalten ist – nachträglich ist sie fast immer teurer.
Ja, aber der Wechsel bedeutet einen Neubau. Texte und Bilder lassen sich übertragen, das Design nicht – es ist an das jeweilige System gebunden. Das ist kein Argument gegen den Baukasten: Zwei Jahre für 240 Euro online zu sein und dann fundiert zu entscheiden, ist günstiger als eine Fehlinvestition von 5.000 Euro zu Beginn.
