Sie verkaufen 1.000 Artikel im Monat zu je 30 €. Bei einem System mit 2 % Beteiligung wären das 600 € – hier zahlen Sie rund 110.
Der Grund: Hier wird nicht am Umsatz mitverdient, sondern nach Aufträgen abgerechnet – jeder über dem gebuchten Paket ab 0,22 €. Bei hohen Warenwerten ist das ein handfester Vorteil; bei vielen Kleinbestellungen kippt die Rechnung, wie wir weiter unten zeigen. Dazu kommt, was diesen Anbieter eigentlich ausmacht: Die Warenwirtschaft gehört dazu.
Wir haben Tarife, Auftragspakete, Grenzwerte und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, ab welcher Bestellmenge sich welches Paket rechnet und für wen das System taugt. Ein Hinweis vorab: Die Preise verstehen sich ohne Mehrwertsteuer.
Was ist JTL Shop und für wen ist es geeignet?
JTL Shop ist ein deutsches Shopsystem, das seit 2001 entwickelt wird. Der entscheidende Unterschied zu Wettbewerbern: Der Shop ist nur ein Teil des Angebots. Dazu gehört eine Warenwirtschaft, die Lagerbestände, Bestellungen und Versand verwaltet – und die denselben Bestand auch auf Amazon, eBay und weiteren Marktplätzen steuert.
Die Zielgruppe sind Händler mit echtem Lager, die über mehrere Kanäle verkaufen. Wer ein Dutzend Artikel anbietet und sonst nichts, ist mit Gambio oder Shopify schneller am Ziel – hier bezahlen Sie mit Einarbeitungszeit für Möglichkeiten, die Sie dann nicht brauchen.
4,0/5★★★★☆Warenwirtschaft und Marktplätze aus einer Oberfläche, Einstieg ohne Grundgebühr – dafür Abrechnung nach Aufträgen und deutliche Einarbeitung.- Händler mit eigenem Lager und laufendem Warenverkehr
- Wer gleichzeitig auf Marktplätzen und im eigenen Web-Auftritt verkauft
- Hochpreisige Ware in überschaubaren Stückzahlen
- Alle, die kostenlos starten und später wachsen wollen
- Einsteiger ohne technische Hilfe
- Sehr viele Kleinbestellungen – die Auftragsgebühr summiert sich
- Kleine Sortimente ohne Wachstumsabsicht – dafür genügt Ecwid
- Wer Wert auf ein modernes Erscheinungsbild legt
Einrichtung und Funktionen
Rechnen Sie nicht mit einer Viertelstunde. Grundeinstellungen, Zahlungswege, Versandregeln und Steuerklassen wollen einzeln festgelegt werden, und der Assistent erklärt die Begriffe nicht – er fragt sie ab. Wer weiß, was eine Kundengruppe oder eine Versandart mit Gewichtsstaffel ist, kommt zügig voran. Alle anderen sollten einen Nachmittag einplanen oder jemanden mit Erfahrung dazuholen.
Ist das erledigt, zeigt sich die Stärke. Artikel mit Varianten, Staffelpreisen und Lagerbeständen lassen sich strukturiert anlegen, auch bei größeren Sortimenten. Und die Verbindung zur Warenwirtschaft ist der eigentliche Punkt: Verkaufen Sie eine Ware auf einem Marktplatz, sinkt der Bestand im eigenen Shop automatisch mit. Bei anderen Systemen brauchen Sie dafür Zusatzsoftware.
Ein Hinweis zum Aussehen: Die mitgelieferten Vorlagen sind funktional, aber unauffällig. Wer einen eigenständigen Auftritt will, kauft eine Vorlage hinzu oder lässt gestalten. Kalkulieren Sie diesen Posten mit ein – bei Shopify sind die Startpunkte hier ansehnlicher.
Ein Bestand, mehrere Verkaufswege
Das ist der Grund, aus dem Händler hierherkommen. Preise und Bestände werden zwischen eigenem Shop und den Marktplätzen abgeglichen, Bestellungen laufen in einer Oberfläche zusammen. Wer schon einmal eine Ware doppelt verkauft hat, weil zwei Systeme nicht miteinander sprachen, kennt den Wert davon. Beachten Sie: Für die Anbindung an weitere Plattformen wird ein zusätzliches Auftragspaket fällig.
JTL Shop im Test: Vor- und Nachteile
- Kostenloser Einstieg: Basis-Shop bis 500 Artikel ohne Grundgebühr.
- Warenwirtschaft inbegriffen: Lager, Bestellungen und Versand in einem System.
- Marktplätze angebunden: Ein Bestand für Shop, Amazon und eBay.
- Keine Umsatzbeteiligung: Sie zahlen je Auftrag, nicht je Euro.
- Unbegrenzte Nutzer: Auch im kostenlosen Tarif.
- Deutscher Anbieter: Server und Betreuung im Inland, wie bei IONOS.
- Gebühr je Auftrag: Ab 0,22 € über dem gebuchten Paket.
- Deutliche Einarbeitung: Begriffe werden abgefragt, nicht erklärt.
- Vorlagen unauffällig: Eigenständiges Aussehen kostet extra.
- Rechtstexte separat: Anders als bei Gambio nicht enthalten.
- Telefon erst in höheren Tarifen: Im Einstieg nur Gemeinschaftsforum.
- Nettopreise: Mehrwertsteuer kommt hinzu.
Was kostet JTL Shop?
Vier Stufen stehen zur Wahl. Die niedrigeren Beträge gelten bei Jahreslaufzeit. Alle Preise ohne Mehrwertsteuer.
| Tarif | Jährlich | Monatlich | Artikel | Betreuung |
|---|---|---|---|---|
| Start | 0 € | 0 € | bis 500 | Gemeinschaftsforum |
| Advanced | 99 € | 119 € | unbegrenzt | erweitert |
| Pro | 329 € | 369 € | unbegrenzt | umfassend |
| Enterprise | auf Anfrage | unbegrenzt | eigener Ansprechpartner | |
- Kreditkarte, Lastschrift und PayPal: Für die Tarifgebühr.
- Jahreslaufzeit günstiger: Bei Advanced 99 statt 119 € im Monat.
- Auftragspakete zubuchbar: In Stufen von 100, 250 und 500.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Deutscher Anbieter: Entwicklung und Betreuung im Inland. Für einen Shop, der Adressen und Bestellhistorien speichert, entfällt damit die Frage nach der Übermittlung in Drittländer, die bei amerikanischen Systemen aufkommt.
- Rechtstexte nicht enthalten: Anders als bei Gambio müssen Sie Geschäftsbedingungen und Widerrufsbelehrung selbst beschaffen – über einen Rechtsdienstleister oder eine Anwältin. Planen Sie diesen Posten ein.
- Daten bleiben Ihnen: Artikel, Kunden und Bestellungen lassen sich exportieren. Sie sind also nicht gebunden, falls Sie später wechseln wollen.
- Verschlüsselung und Sicherungen: Gehören zur betreuten Variante. Prüfen Sie im Konto, wie weit die Sicherungen zurückreichen.
- Betreuung nach Tarif gestaffelt: Im kostenlosen Einstieg steht Ihnen das Gemeinschaftsforum zur Verfügung, ab den höheren Stufen wird die Hilfe persönlicher. Wer im Störungsfall schnell jemanden erreichen muss, sollte das einkalkulieren.
JTL Shop Erfahrungen und Bewertungen
Die Rückmeldungen teilen sich klar nach Vorkenntnissen. Vier Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird die Verbindung von Lager und Verkauf. Dass ein Verkauf auf dem Marktplatz den Bestand im Shop mitzieht, gilt als der Grund, warum Händler bleiben.
- Gelobt wird die Tiefe. Wer komplexe Warenströme abbildet, findet hier Möglichkeiten, die einfachere Systeme nicht bieten.
- Kritisiert wird die Einarbeitung. Ohne Vorkenntnisse dauert der Start deutlich länger als erwartet – besonders die Versandregeln bereiten Mühe.
- Kritisiert wird das Erscheinungsbild. Die mitgelieferten Vorlagen gelten als funktional, aber überholt; ein eigenständiger Auftritt kostet zusätzlich.
Alternativen zu JTL Shop
- Gambio: Ebenfalls deutsch, mit Rechtstexten im Paket – dafür ohne Warenwirtschaft und mit Umsatzstaffel.
- Shopify: Schneller Start und ansehnlichere Vorlagen – dafür mit Beteiligung am Umsatz.
- WooCommerce: Die Erweiterung für WordPress – günstig, wenn Sie ohnehin eine Seite betreiben, aber mit mehr Eigenarbeit.
Fazit: Lohnt sich JTL Shop?
Für Händler mit echtem Lager ist das ein starkes Angebot. Warenwirtschaft und Shop greifen ineinander, ein Verkauf auf dem Marktplatz zieht den Bestand mit, und der Einstieg kostet keine Grundgebühr. Dass Sie nicht am Umsatz beteiligt werden, ist bei hochpreisiger Ware ein handfester Vorteil.
Drei Dinge sollten Sie wissen. Über dem gebuchten Paket kostet jeder Auftrag ab 0,22 €. Die Preise sind netto. Und die Einarbeitung ist erheblich – ohne Vorkenntnisse oder Hilfe wird der Start mühsam.
Unser praktischer Rat: Rechnen Sie mit Ihrem durchschnittlichen Bestellwert. Bei hohen Warenwerten und überschaubaren Stückzahlen fahren Sie hier deutlich günstiger als mit prozentualer Beteiligung; bei vielen Kleinbestellungen kippt das Verhältnis. Nutzen Sie den kostenlosen Einstieg, um beides durchzuspielen, bevor Sie sich binden – und planen Sie die Rechtstexte als eigenen Posten ein, denn die sind hier nicht dabei.
Häufig gestellte Fragen zu JTL Shop
Der Einstiegstarif ist kostenlos und umfasst bis zu 500 Artikel. Advanced kostet 99 € im Monat bei Jahreslaufzeit oder 119 € monatlich, Pro 329 beziehungsweise 369 €. Für größere Händler gibt es eine Stufe auf Anfrage. Alle Preise verstehen sich ohne Mehrwertsteuer.
Nicht prozentual, aber nach Menge. Buchbare Pakete umfassen 100, 250 oder 500 Aufträge im Monat; jeder darüber kostet ab 0,22 €. An Ihrem Umsatz beteiligt sich der Anbieter also nicht – wohl aber an der Zahl Ihrer Bestellungen.
Je höher Ihr durchschnittlicher Bestellwert, desto besser fahren Sie hier. Ein Beispiel: Bei 1.000 Bestellungen à 30 € würde eine Beteiligung von 2 Prozent 600 € kosten, die Auftragsgebühr bei einem 500er-Paket dagegen etwa 110 €. Bei 1.000 Bestellungen à 5 € kippt das Verhältnis zugunsten der prozentualen Variante.
Ein Basis-Shop mit bis zu 500 Artikeln, dazu die Warenwirtschaft und unbegrenzt viele Nutzerkonten. Die Betreuung läuft über das Gemeinschaftsforum. Für einen ersten Aufbau reicht das aus – wer mehr Artikel führt oder persönliche Hilfe braucht, wechselt in eine höhere Stufe.
Die Warenwirtschaft gehört dazu. Lagerbestände, Bestellungen und Versand laufen im selben System wie der Shop – und derselbe Bestand steuert auch Ihre Angebote auf Marktplätzen. Bei anderen Systemen brauchen Sie dafür Zusatzsoftware, die Sie separat bezahlen und pflegen.
Nein, und das ist ein Unterschied zu Gambio. Geschäftsbedingungen, Widerrufsbelehrung und Impressum müssen Sie selbst beschaffen, etwa über einen Rechtsdienstleister. Planen Sie diesen Posten in die Gesamtkosten ein, sonst fällt der Vergleich mit Anbietern, die Rechtstexte mitliefern, zu günstig aus.
Deutlich aufwendiger als bei einem Baukasten. Grundeinstellungen, Zahlungswege, Versandregeln und Steuerklassen werden einzeln festgelegt, und der Assistent erklärt die Begriffe nicht, sondern fragt sie ab. Planen Sie einen Nachmittag ein oder holen Sie jemanden mit Erfahrung dazu.
Ja, das ist die Kernfunktion. Preise und Bestände werden zwischen Shop und Marktplätzen abgeglichen, Bestellungen laufen in einer Oberfläche zusammen. Beachten Sie: Für die Anbindung weiterer Plattformen wird ein zusätzliches Auftragspaket fällig.
Netto. Auf alle Beträge kommt die Mehrwertsteuer hinzu: Aus 99 € werden 117,81 €, aus 329 € werden 391,51 €. Rechnen Sie das ein, wenn Sie mit Anbietern vergleichen, die Bruttopreise ausweisen – sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Größen.
Die mitgelieferten Vorlagen sind funktional, aber unauffällig. Wer einen eigenständigen Auftritt möchte, kauft eine Vorlage hinzu oder lässt gestalten. Kalkulieren Sie diesen Posten mit ein – bei Shopify sind die Startpunkte hier ansehnlicher.
Ja, Artikel, Kunden und Bestellungen lassen sich exportieren. Sie sind also nicht gebunden, falls Sie das System später wechseln wollen. Prüfen Sie den Export trotzdem einmal, solange Sie noch wenig Daten haben – dann wissen Sie im Ernstfall, wie es geht.
Für Händler mit eigenem Lager, die über mehrere Kanäle verkaufen und ihre Bestände zusammenführen wollen – besonders bei hochpreisiger Ware in überschaubaren Stückzahlen. Wer einfach starten will, ein kleines Sortiment hat oder Rechtstexte im Paket erwartet, ist bei Gambio oder Shopify besser aufgehoben.
