Sie bauen das Kundenportal fertig, laden vier Kollegen ein – und der vierte kommt nicht hinein. Der kostenlose Tarif von Softr erlaubt drei Personen mit Zugang.
Nicht die Zahl der Anwendungen ist hier die Grenze, sondern die Zahl der Menschen, die sich anmelden. Anwendungen, Datenbanken und Formulare sind sogar im Gratistarif unbegrenzt – das übersehen viele Vergleiche und schreiben stattdessen von „einer App“. Softr ist kein Website-Baukasten, sondern ein Werkzeug, mit dem aus einer Tabelle eine echte Anwendung wird: mit Anmeldung, Rechten und Daten, die jeder Nutzer nur teilweise sieht.
Wir haben Tarife, Funktionsumfang, Grenzwerte und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, wofür sich Softr eignet, wo es klar ungeeignet ist und welcher Tarif zu welchem Vorhaben passt. Ein Hinweis vorab: Softr führt keine Europreise, sondern rechnet in US-Dollar ab.
Was ist Softr und für wen ist es geeignet?
Softr ist kein Website-Baukasten wie Wix oder Jimdo. Sie verbinden eine Datenquelle und bauen darauf eine Anwendung mit Anmeldung, Zugriffsrechten, Formularen und dynamischen Listen. Das Ergebnis kann ein Kundenportal sein, ein internes Werkzeug fürs Team, eine Stellenbörse oder ein Mitgliederbereich.
Als Datenquelle dienen Airtable, Google Sheets, HubSpot oder eigene Schnittstellen. Inzwischen bringt Softr aber auch eigene Datenbanken mit, sodass Sie nicht zwingend ein zweites Abonnement brauchen. Klassische Firmenwebsites mit Blog und Suchmaschinenoptimierung sind dagegen ausdrücklich nicht die Stärke.
3,9/5★★★★☆Ausgereifte Rechteverwaltung und schneller Aufbau – dafür mit Grenzen bei Suchmaschinen, englischem Support und einem Sprung auf 99 Dollar für werbefreie Auftritte.- Teams, die ein Kundenportal ohne Entwickler brauchen
- Interne Werkzeuge, bei denen jeder nur seine Daten sehen soll
- Mitglieder- und Partnerbereiche mit abgestuften Rechten
- Wer bereits mit Airtable oder Google Sheets arbeitet – ohne eigenes WordPress-Hosting aufsetzen zu wollen
- Firmenwebsites, die über Google gefunden werden sollen
- Onlineshops mit Produktverwaltung und Versand
- Wer Hilfe auf Deutsch braucht
- Einzelpersonen mit knappem Budget – werbefrei wird es erst ab 99 Dollar
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg läuft ohne Zahlungsdaten: anmelden, Datenquelle verbinden, Art der Anwendung wählen. Gearbeitet wird mit vorgefertigten Bausteinen – Listenansichten, Detailseiten, Formulare, Diagramme, Kanban-Tafeln, Kalender. Jeder Baustein hängt an einer Tabelle, Filter und bedingte Sichtbarkeit stellen Sie per Auswahlmenü ein.
Die eigentliche Stärke ist die Rechteverwaltung. Andere Baukästen zeigen allen dasselbe; Softr zeigt jedem angemeldeten Nutzer genau die Datensätze, die ihn betreffen. Sie legen Rollen an und geben je Rolle Seiten und einzelne Felder frei. Das ist echte Anwendungslogik und der Grund, warum Teams damit Entwicklungsprojekte ersetzen.
An Grenzen stoßen Sie bei der Gestaltung und bei der Auffindbarkeit. Die Schriftauswahl ist überschaubar, eigener Gestaltungscode erst ab dem Pro-Tarif möglich. Schwerwiegender: Inhalte, die erst nach der Anmeldung aus der Datenquelle geladen werden, sind für Suchmaschinen kaum zugänglich. Titel und Beschreibung lassen sich setzen, aber wer organischen Verkehr über Google aufbauen will, ist hier falsch.
Anbindungen: die eigentliche Stärke
Neben Airtable und Google Sheets lassen sich HubSpot, Supabase, Xano und eigene Schnittstellen einbinden – in den höheren Tarifen sind es über vierzig Anbindungen. Automatisierungsdienste erweitern das zusätzlich. Zahlungen für Mitgliedschaften oder Freischaltungen laufen über einen angebundenen Zahlungsdienstleister; ein vollwertiger Shop ist das nicht, für Beiträge und Zugänge reicht es. Wer ohnehin in einem dieser Systeme arbeitet, kommt praktisch ohne Reibung aus.
Softr im Test: Vor- und Nachteile
- Schneller Aufbau: Die erste funktionierende Anwendung steht an einem Nachmittag.
- Ausgereifte Rechte: Rollen und feldgenaue Sichtbarkeit auf dem Niveau echter Anwendungen.
- Unbegrenzt viele Anwendungen: Selbst im Gratistarif, ebenso Datenbanken und Formulare.
- Eigene Datenbanken an Bord: Airtable ist nicht mehr zwingend nötig.
- Gratistarif ohne Zeitlimit: Zum Ausprobieren ohne Kreditkarte.
- Zwei Monate geschenkt bei jährlicher Zahlung.
- Nur drei Zugänge gratis: Die Nutzergrenze greift früher als erwartet.
- Werbefrei erst ab 99 Dollar: Das Softr-Logo bleibt in Gratis- und Basic-Tarif sichtbar.
- Kaum auffindbar: Dynamische Inhalte erreichen Suchmaschinen schlecht.
- Nur Englisch: Support und Hilfeseiten bieten keine deutschsprachige Fassung.
- Abrechnung in US-Dollar: Kartenkurs und Auslandsentgelt kommen hinzu.
- Gestaltungscode erst ab Pro: Darunter nur begrenzte Anpassung.
Was kostet Softr?
Vier Tarife stehen offen zur Wahl, dazu eine Unternehmenslösung auf Anfrage. Die Beträge gelten bei monatlicher Zahlung; bei jährlicher Abrechnung schenkt Softr zwei Monate, was rund 17 % entspricht. Alle Preise in US-Dollar.
| Tarif | Preis | Zugänge | Datensätze | Softr-Logo |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 3 | 5.000 | sichtbar |
| Basic | 19 $/M | 5 intern + 5 extern | 50.000 | sichtbar |
| Pro | 99 $/M | 10 intern + 50 extern | 500.000 | entfernt |
| Business | 329 $/M | höchste Stufe | höchste Stufe | entfernt |
Free reicht zum Ausprobieren und für kleine interne Werkzeuge mit wenigen Beteiligten. Basic lohnt, sobald Sie eine eigene Domain und eine automatische Sicherung brauchen. Pro ist die erste Stufe für ein Portal mit Außenwirkung: ohne Softr-Logo, mit feineren Rechten und eigenem Gestaltungscode. Business richtet sich an Unternehmen, die Zwei-Faktor-Anmeldung und eine installierbare Anwendung brauchen.
- Kreditkarte: Visa, Mastercard und American Express.
- Jährliche Zahlung: Im Voraus fällig, dafür zwei Monate geschenkt.
- Währung: Ausschließlich US-Dollar, keine Abrechnung in Euro.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung in allen Tarifen: Jede Anwendung wird verschlüsselt ausgeliefert, auch im Gratistarif.
- Sicherungen ab Basic: Eine automatische Sicherung der Softr-eigenen Datenbank gibt es ab dem Basic-Tarif. Liegen Ihre Daten bei Airtable oder Google Sheets, kümmert sich Softr nicht darum – dort richten Sie die Sicherung selbst ein.
- Zertifizierung und Auftragsverarbeitung: Softr weist eine anerkannte Sicherheitszertifizierung aus und stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Der Betrieb läuft über einen großen Cloud-Anbieter; einen garantierten Serverstandort in Deutschland gibt es nicht.
- Anmeldung absichern: Einmalkennwörter und Anmeldung über ein Google-Konto sind ab Pro möglich, Zwei-Faktor-Anmeldung und auf Firmendomains beschränkte Registrierung erst im Business-Tarif.
- Support nur auf Englisch: Im Gratistarif gibt es lediglich die Gemeinschaft, in den Bezahltarifen Chat und E-Mail – deutschsprachige Hilfe ist nicht verfügbar.
Softr Erfahrungen und Bewertungen
In Erfahrungsberichten wiederholen sich drei Muster, die sich mit den Tarifdaten decken.
- Gelobt wird das Tempo. Teams beschreiben, dass Portale in Tagen entstehen, für die zuvor Wochen an Entwicklungsarbeit veranschlagt waren. Das deckt sich mit dem Funktionsumfang der Bausteine.
- Gelobt wird die Rechteverwaltung. Dass sich Sichtbarkeit bis auf einzelne Felder steuern lässt, ist unter vergleichbaren Werkzeugen selten.
- Kritisiert wird die Tarifstufung. Der Weg vom Basic- zum Pro-Tarif verfünffacht den Preis – und genau dort liegt die Grenze, ab der das Softr-Logo verschwindet.
- Als ungeeignet beschrieben wird die Auffindbarkeit. Für Intranets und Portale spielt das keine Rolle, für öffentliche Seiten mit Suchmaschinenverkehr ist es ein Ausschlusskriterium.
Alternativen zu Softr
- Base44: Erzeugt Anwendungen per KI aus einer Beschreibung – mehr Freiheit beim Aufbau, dafür ohne die ausgereifte Rechteverwaltung.
- Webflow: Die Wahl, wenn Gestaltung und Auffindbarkeit im Vordergrund stehen – volle Kontrolle über das Aussehen, aber keine Datenbindung dieser Art.
- Wix: Für eine klassische Firmenseite mit Blog und Terminbuchung das passendere und deutlich günstigere Werkzeug.
Fazit: Lohnt sich Softr?
Softr löst eine Aufgabe, an der Website-Baukästen scheitern: Es zeigt jedem angemeldeten Nutzer nur die Daten, die ihn betreffen. Wer ein Kundenportal, ein internes Werkzeug oder einen Mitgliederbereich braucht, bekommt damit in wenigen Tagen etwas Funktionierendes – ohne Entwickler und ohne Programmierkenntnisse.
Drei Dinge sollten Sie vorher wissen. Die Nutzergrenze greift früh: drei Zugänge im Gratistarif, zehn plus fünfzig erst bei Pro. Das Softr-Logo verschwindet erst ab 99 Dollar im Monat. Und über Google gefunden wird eine Softr-Anwendung praktisch nicht.
Unser praktischer Rat: Zählen Sie vor der Tarifwahl durch, wie viele Personen sich anmelden sollen und ob sie dieselbe Firmendomain nutzen wie Sie – daran hängt die Einstufung, nicht an der Zahl Ihrer Anwendungen. Für ein rein internes Werkzeug reicht Basic für 19 Dollar völlig, denn dort stört das Logo niemanden. Soll das Portal nach außen wirken, kalkulieren Sie gleich mit 99 Dollar.
Häufig gestellte Fragen zu Softr
Der Gratistarif ist dauerhaft kostenlos. Basic kostet 19 US-Dollar monatlich, Pro 99 Dollar und Business 329 Dollar; dazu gibt es eine Unternehmenslösung auf Anfrage. Bei jährlicher Zahlung schenkt Softr zwei Monate, was rund 17 Prozent entspricht. Ältere Vergleiche nennen noch 49 Dollar für den Einstieg – das stimmt nicht mehr.
Drei Personen mit Zugang. Das ist die entscheidende Grenze, nicht die Zahl der Anwendungen – die ist selbst im Gratistarif unbegrenzt, ebenso Datenbanken und Formulare. Bei Basic sind es fünf aus dem eigenen Haus plus fünf externe, bei Pro zehn plus fünfzig.
Softr unterscheidet nach E-Mail-Adresse: Wer dieselbe Firmendomain nutzt wie ein Bearbeiter Ihres Arbeitsbereichs, zählt als Team-Nutzer. Alle anderen gelten als Kundennutzer – auch Adressen bei kostenlosen Anbietern wie Gmail. Beide Kontingente sind getrennt, was bei der Tarifwahl leicht übersehen wird.
Erst ab Pro für 99 Dollar monatlich. Im Gratis- und im Basic-Tarif bleibt es sichtbar. Für ein rein internes Werkzeug ist das unerheblich; soll das Portal nach außen professionell wirken, kalkulieren Sie gleich mit 99 statt 19 Dollar. Eine Zwischenstufe gibt es nicht.
Nein, nicht mehr. Softr bringt inzwischen eigene Datenbanken mit, sodass ein zweites Abonnement entfällt. Alternativ binden Sie Airtable, Google Sheets, HubSpot, Supabase, Xano oder eigene Schnittstellen ein. Für Teams, die bereits mit einem dieser Systeme arbeiten, ist der Einstieg besonders reibungsarm.
Im Gratistarif 5.000, bei Basic 50.000 und bei Pro 500.000 Datensätze über alle Softr-Datenbanken hinweg. Dazu kommen Obergrenzen für automatisierte Abläufe je Monat. Nutzen Sie eine externe Datenquelle wie Airtable, gelten dort die Grenzen des jeweiligen Anbieters.
Nein. Inhalte, die erst nach der Anmeldung aus der Datenquelle geladen werden, sind für Suchmaschinen kaum zugänglich. Titel und Beschreibung lassen sich zwar setzen, aber organischen Verkehr über Google bauen Sie damit nicht auf. Für eine Firmenseite mit Blog sind Wix oder Webflow die passendere Wahl.
Ja, ab dem Basic-Tarif. Die Domain kaufen Sie separat bei einem Anbieter Ihrer Wahl und hinterlegen sie dann in der Softr-Verwaltung. Im Gratistarif läuft die Anwendung unter einer Softr-Adresse. Eine Domain gehört in keinem Tarif zum Leistungsumfang.
Im Basic-Tarif ist ein Bearbeiter enthalten, jeder weitere kostet 5 Dollar monatlich. Bei Pro sind zwei enthalten, weitere kosten 10 Dollar. Wichtig: Bearbeiter können ohne Aufpreis zusätzlich als Anwendungsnutzer eingetragen werden und belasten dort das Kontingent nicht.
Softr weist eine anerkannte Sicherheitszertifizierung aus und stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Der Betrieb läuft über einen großen Cloud-Anbieter; einen garantierten Serverstandort in Deutschland gibt es nicht. Wenn ein Geschäftskunde den Speicherort verbindlich verlangt, klären Sie das vor dem Start.
Ihre Daten liegen entweder in einer Softr-Datenbank oder in der angebundenen Quelle – ein Wechsel betrifft also vor allem die Oberfläche. Die Konfiguration der Anwendung selbst lässt sich nicht übertragen; sie müssten den Aufbau anderswo neu erstellen. Bei extern liegenden Daten ist die Bindung geringer.
Für Teams, die ein Kundenportal, ein internes Werkzeug oder einen Mitgliederbereich brauchen und mit englischem Support zurechtkommen – besonders, wenn die Daten bereits in Airtable oder Google Sheets liegen. Wer eine klassische Website, einen Shop oder Sichtbarkeit bei Google braucht, ist hier falsch.
